
Nach seinem Begründer, J.H. Schultz, ist das Autogene Training eine wissenschaftliche Methode der Selbstentspannung, hervorgerufen, durch hohe Konzentration. Dies geschieht im Zustand von absolut gefahrloser Tiefenentspannung, also einer abgesenkten Bewusstseinslage, durch nach innen gerichtete, wache Aufmerksamkeit und durch Selbstsuggestion.
Gleichzeitig ist es eine differenzierte Behandlung oder Beeinflussung vegetativer, also dem Willen nicht unterliegender Vorgänge im Körper. Die meisten vegetativen und mit Nerven versehenen Organe sind selbständig aktiv. Viele von Ihnen werden jedoch in Ihrer Funktion durch anregende und hemmende Nervenfasern beeinflusst. Diese wirken ihrerseits entgegengesetzt auf die betreffenden Organe ein - entweder anregend oder hemmend. Organe welche vom vegetativen Nervensystem gesteuert werden sind zum Beispiel Magen, Darm, Blutgefässe, Herz, usw. Mit dem Autogenen Training können Fehlfunktionen durch Rückführung zum harmonischen Gleichgewicht der nervlichen Steuerfunktionen im Körper behoben werden.
Die Durchführung des Autogenen Trainings hat zwar einen, dem Schlaf ähnlichen Bewusstseinszustand zur Folge (Tiefenentspannung), welcher aber nicht mit einem (auch nur vorübergehenden) Verlust des Bewusstseins verbunden ist.
Die Kontrolle über sich selbst und der Wille des Übenden ist ständig vorhanden. Er beschäftigt sich lediglich mit der Herstellung und Aufrechterhaltung des angenehmen und wohltuenden Zustands der Tiefenentspannung. Der Übende kann den Zeitpunkt des Ausstiegs aus dieser abgesenkten Bewusstseinlage jederzeit selbst bestimmen.
So ist es möglich, sich ein bestimmtes, zu erreichendes Ziel mit Hilfe des Autogenen Trainings zu setzen und dieses auch zu erreichen.
Autogenes Training - Unterstufe und Oberstufe
Die Grundstufe des Autogenen Trainings beinhaltet die klassischen sieben Übungen der konzentrativen Entspannung: Ruhe-, Entspannungs-, Schwere-, Wärme-, Herz-, Bauch- und Kopfübung.
Der Teilnehmer eines Kurses der Grundstufe erlernt unter Anleitung einer qualifizierten Fachperson, die Basisübungen in eigener Regie durchzuführen, um die gewünschten Resultate zu jeder Zeit und an jedem Ort erzielen zu können.
Richtig durchgeführte Übungen der Grundstufe des Autogenen Trainings vermögen tagsüber eine spürbaren Erfrischungseffekt zu erreichen, und am Abend oder in den Nachtstunden die Umschaltung in einen gesunden Tiefschlaf zu erleichtern. Zusätzlich wird eine Prophylaxe von Organstörungen auf nervöser Basis erzielt.
Mit den individuellen Übungen der Oberstufe werden unter anderem gezielt persönliche Problemstellungen bearbeitet, spezielle Entspannungsreisen durchgeführt oder andere imaginative Erlebnisse induziert.