Besonders psychologische und religiöse Erklärungsansätze weisen daraufhin, dass ein Individuum lediglich Bewusstseinszustände verstehen kann, wenn sie selbst durchlebt werden.
Gewöhnlich werden drei, konkret zu unterscheidende Bewusstseinszustände im ständigen Wechsel erfahren: Wachbewusstsein, Schlaf- und Traumbewusstsein. Die Hypnotische Trance (oder Hypnose) ist ein besonderer Wachzustand mit spezieller Wahrnehmung. Hierbei wird die Aufmerksamkeit auf das Unterbewusstsein gelenkt, das kritische Denken und das sinnliche Erfassen der äusseren Umwelt tritt, je nach Tiefe und Intension, in den Hintergrund.
Die Begriffe verändertes Bewusstsein und erweitertes Bewusstsein setzen die Definition eines „Normalzustandes“ voraus. Dafür wird allgemein das wachbewusste Erleben des Menschen angesehen. Bei genauerer Betrachtung zeigt sich, dass Merkmale wie Wachheit und Wahrnehmung aber auch innerhalb der drei Hauptzustände (Wach-, Schlaf- und Traumbewusstsein) ständig ändern und von der Umwelt beeinflusst werden. Ebenso ist davon ausgehen, dass in anderen Zeit- und Kulturepochen der „Normalzustand“ unterschiedlich wahrgenommen und abgegrenzt wurde.
Der Bewusstseinsforscher und Philosoph Jean Gebser war einer der Ersten, der ein Strukturmodell der Bewusstseinsgeschichte des Menschen etablierte. Er hat aus etymologischen und kulturhistorischen Überlegungen geschlossen, dass die Entwicklung des Bewusstseins in Stufen erfolgt und nannte diese: archaisches; magisches; mythisches; mentales; integrales Bewusstsein. Auf jeder dieser Ebenen gelten eigene Gesetzmässigkeiten. Während im mentalen Bereich primär die Gesetze der rationalen Logik gelten, sind auf den anderen Stufen ganz andere Gesetzmässigkeiten wirksam.
Neben individuellen existieren somit auch kollektive Bewusstseinszustände, die je nach Zeitraum oder Kultur unterschiedlich sind. Und wohl auch nach Saisonalität, man denke beispielsweise an den Zustand des „Frühlingserwachens“ bei Menschen und Tieren, der Natur insgesamt. Die Weihnachtszeit führt ebenfalls zu einer spezifischen Variante des Bewusstseinszustandes. Heute ist dieser zunehmend geprägt von Stress und Hektik. – Ist das aber „normal“? Das heisst, entspricht es dem Zustand, den wir als richtig ansehen? – Eigentlich gälte es doch, sich zu besinnen. Zum Beispiel auf die ewigen Wechsel der Zyklen: Licht und Dunkelheit, Tod und Leben, Ende und Neubeginn etwa; sich dieser mal wieder wirklich bewusst zu sein, und die damit verbundenen Transformationen nicht zu fürchten. Das ist doch die uralte Weihnachtsbotschaft, nicht wahr?