Das Skript in der Hypnose neu schreiben

20.12.2011

Ein Therapeut berichtet:

Gerne möchteich von einer Erfahrung berichten, die mir kürzlich auf beeindruckende Weise die Zusammenhänge zwischen Bewusst- und Unterbewusstsein aufgezeigt hat.

Ein Klient war bei mir wegen körperlicher Beschwerden in Behandlung, er kämpfte seit rund sechs Jahren mit hartnäckigen Nacken- und Kopfschmerzen, die manchmal mehrmals pro Woche sein Leben stark beeinträchtigten.  Seine Lebensfreude war verständlicherweise gering, die Faktoren Motivation und Schaffens-Kraft ebenfalls. Seine Sicht auf die Dinge des Lebens war recht betrübt, so zog er auch viele Lebenssituationen der schweren Sorte an. Die Schmerzen waren durch einen Auto-Unfall in sein Leben getreten.

Mit diversen therapeutischen Ansätzen, sowohl körperlicher als auch psychotherapeutischer Natur, versuchte ich den Mann zu unterstützen. Er sprach zwar in der Therapie auf die von aussen gegebenen Impulse sehr gut an, diese konnten jedoch keine anhaltende Linderung oder gar Schmerzfreiheit erzeugen.

Da der Mann  sich stets etwas skeptisch gegenüber der Hypnose  geäussert, habe ich mit ihm keine Hypnose durchgeführt. Eines Tages, war jedoch der Moment gekommen, in welchem ich noch einmal auf die Hypnose zu sprechen kam. Die Reaktion des Klienten war nun offen und bereit, eine Trance-Arbeit zuzulassen.

In einer beeindruckenden Hypnose-Sitzung, wobei sich der Klient ausgezeichnet entspannen und sofort bilderreiche Informationen abrufen konnte (vielleicht waren die eingangs eingesetzten Methoden als Türöffner zu verstehen), geschah folgendes:

Dem Klienten war es dank einer wunderbar sanften Methode möglich, in der man das bereits Erlebte aus der Distanz als Betrachter erlebt, seinen Autounfall noch einmal zu erleben. So als würde man einen Film in Zeitlupe noch einmal abspielen…

Er erinnerte sich dabei an wichtige Details, etwa an die Tatsache, dass er keinen Sicherheitsgurt getragen hatte, dass seine Frau neben ihm gesessen hatte und welches seine Gedanken während der Kollision waren. Glücklicherweise blieb seine Gattin unverletzt. Neben einem Vergebungs-Prozess sich selber gegenüber (Gurt nicht getragen!) war es uns möglich, den Verlauf des Unfalls neu zu schreiben. Anstelle des Abbremsens beim Rotlicht liess ich den Klienten Vollgas geben, natürlich in einem sicheren Verkehrsumfeld, so dass der nachfolgende Autofahrer ihn nicht mehr von hinten abschiessen konnte.

Das beindruckende Ergebnis dieser Trance-Arbeit war, dass dank der Vergebung und des Umgestaltens des Unfalles, der Nackenbereich des Klienten  sich augenblicklich entspannen konnte. Auch seine immensen Kopfschmerzen waren wie weggeblasen! DasNeu-Schreiben eines traumatischen Erlebnisses kann in der Hypnose die ersehnte Schmerzfreiheit endlich geschehen lassen.

Sylvia Gloor

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