Zeitphänomen in der Hypnose

17.02.2012

Uhren im Korb

Wenn wir die Worte nicht hätten, wie würden wir wohl „Zeit“ bildlich darstellen? Wahrscheinlich würden das die meisten Menschen bei uns mit dem Motiv einer laufenden Uhr tun, ganz im Sinne unserer westlichen Prägung von Ratio und Leistungsdenken. Und wer kennt es selber nicht, das hetzen nach Zeit oder manchmal auch der Wunsch, dass sich die Zeit doch schneller drehen möge?

Aus dem Alltag kennen wir die nicht genormte Zeit, die sich je nach Befindlichkeit als Stress aber auch als Langeweile zeigen kann und die das Zeiterleben zusammenzieht oder zu dehnen scheint.

Zeit ist wohl alles andere als eine objektive Grösse, sie wird generell ausgesprochen subjektiv erlebt, mal gestaucht und gedrängt, dann wieder weit und gedehnt. Man scheint ihr schlicht ausgeliefert zu sein und je nach Situation scheint sie unangenehm langsam zu kriechen (Stau, Examen, Zahnarzt) oder sie scheint in schönen und beglückenden Momenten förmlich zu fliegen (Ferien, gutes Gespräch, spannendes Buch).

Die Zeit als Freund

In der Hypnose kennen wir diese Zeitphänomene unter den Begriffen wie: Zeitverkürzung und Zeitverlängerung, Zeitprogression und Zeitregression. Also alles Phänomene der Zeitverzerrung. Schon bei einer leichten bis mittleren Trance kann sich das Gefühl für Zeit ändern, diese wird manchmal als länger, meistens jedoch als kürzer empfunden.

Nun gibt es in der Hypnose Methoden und Instruktionen die genau mit diesen Zeitphänomenen arbeiten und so jeweils Möglichkeiten einräumt, mehr oder weniger Zeit zur Verfügung zu haben. So können Stress- und Langeweilesituationen vermieden werden aber auch die Möglichkeit in Vergangenheit oder Zukunft zu reisen.
So kann man zum Beispiel Schmerzzeit verkürzen, schmerzfreie Zeiten verlängern und Erinnerungen an schmerzfreie Zeiten anregen.
Die Altersregression und Zeitprogression ist eine Erweiterung des bisher genutzten Erfahrungsrahmen. So besteht die Möglichkeit das man problemrelevante Ursachen und Ressourcen in den verschiedenen Zeitdimensionen auffindet und in den aktuellen Bezugrahmen einbaut. So können Symptome zu Ressourcen werden und zu einer nachhaltigen Lösung führen – da man den gewohnten Rahmen verlässt und die Bedeutung verändert. Häufig wird berichtet, dass über die Änderung einer Bedeutungszuschreibung eine wesentliche Änderung im Erleben und Verhalten herbeigeführt werden kann.

Momo’s Pendel

Im Märchenroman „Momo“ hat Michael Ende Zeitqualität als eine persönliche Angelegenheit sehr schön beschrieben. Das Mädchen Momo sieht im Schein einer Lichtsäule ein Pendel dicht über dem Wasser eines glatten Teiches hin- und herbewegen, wobei sich an jedem Ende eine Blütenknospe entfaltet und wieder vergeht sobald das Pendel in der Mitte angekommen ist. Dieses Pendel liegt im Herzen jedes einzelnen Menschen wo die jeweils persönliche Zeit lebt.

Die Zeit geniessen

Man kann auch sagen: Das Ende der Zeit ist das Ende des Leidens. Das Ende des Leidens beendet auch den Zustand der inneren Auflehnung gegen die Zeit, weil der Mensch dann in einer neuen, göttlichen Existenz aufgeht, die nicht mehr an Zeit und Raum gebunden ist.

Menschen mit Nahtoderfahrungen wissen von diesem beglückenden Zeit- und raumlosen Gefühl zu berichten, welches die völlige Ruhe und vollkommene Zufriedenheit widerspiegelt.

Aber bis es soweit ist, nehmen wir unser Leben ganz bewusst und mit Freude an die Hand und bereichern unsere irdische Zeit mit viel Spannendem und Erfüllendem.

Geniessen wir einfach unseren Weg – dabei kann uns die Hypnose ganz wichtige und befreiende Impulse geben.

 

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