Hypnose im Notfall

24.02.2012

Hypnose ist auch unter erschwerten Bedingungen und ohne Vorbereitung möglich.

Bei einem Kletterunfall musste ein schwerst verletzter Kletterer mit dem Helikopter geborgen werden. Er hatte eine klaffende offene Wunde am Bein und seine Wirbelsäule schien verletzt zu sein.

Im Helikopter kümmerte sich der Rettungssanitäter Matthias um den Verletzten. Er hatte eben eine Ausbildung als Hypnosetherapeuten absolviert. Als er die angsterfüllten Augen, die flache Atmung, das schmerzverzerrte Gesicht und auch den erhöhten Muskeltonus erspürte dachte er sich – dass hier möglicherweise eine Hypnose helfen könnte etwas von der Spannung und Angst abzugeben und gleichzeitig für die Operation vorzubereiten.

So versuchte er durch Blickkontakt den Verletzten zu erreichen. Gleichzeitig verstärkte er den Körperkontakt indem er ihn mit seiner Hand mit sanftem Druck berührte und ruhig und leise mit ihm zu reden begann. Der Verletzte schien ganz überrascht aber auch erleichtert zu sein und während Matthias weiter mit ihm sprach zeigten sich schon die ersten positiven Reaktionen wie eine nachlassende Spannung und auch eine vertiefende Atmung. Diese Beobachtung bestätigt ihm, dass hier Hypnose sicher als Begleitung eingesetzt werden kann.

So fragte Matthias ihn, wo er denn jetzt gerne wäre, einfach um ein Stichwort zu haben um eine Induktion mit nachfolgender Vertiefung einzuleiten. Spontan antworte er: „Am Berggipfel, wo der Himmel ganz nah und blau ist und die Wolken vorbeiziehen.“ Und auf dem Gesicht machte sich ein kleines Lächeln breit. Matthias entschied sich für eine Blitzfixaktionsinduktion – so dass der Verletzte die Augen rasch schliessen konnte und weiter durch direkte Suggestionen in eine immer tiefere Trance ging. Nach dem Augenschluss suggerierte Matthias Bilder von einem Berggipfel. Einzelheiten wurden mit allen Sinneskanälen angesprochen, wie etwa der Wind, die Sonne, der Geruch und die Stille dort ganz weit oben. Weiterhin wurde der Verletzte eingeladen sich irgendwo dort oben hinzusetzen so dass er ganz bequem und ruhig atmend sich ausruhen und umsehen kann. Vielleicht zu dem endlos weiten Himmel, der eine unendliche Weite und Grenzenlosigkeit geradezu spürbar werden lässt. Eine schwerelose Leichtigkeit, die sich aus der himmlischen Weite ableiten lässt, wurde suggeriert.

Währenddessen verarztet Matthias provisorische die klaffende stark blutende Wunde und gibt auch hier schmerzlindernde Suggestionen,  so dass das Bein schmerzunempfindlicher wurde und ohne grosse Reaktion seitens des Verletzten verarzt werden kann.

Der Flug ist nun bald beendet und die Landung steht an. Nach einer angekündigten Rückwärtszählung von 10 auf 0 soll der Verletzte wieder ganz im Hier und Jetzt auftauchen. Der Verletzte folgt der Anweisung prompt und öffnet die Augen. Sein Gesicht und der ganze Körper sind viel entspannter und auch die Angst ist aus den Augen gewichen und eine ruhige tiefe Atmung ist zu spüren. Matthias ist um eine Erfahrung reicher geworden und wird in Zukunft die Hypnose noch mehr einsetzen.

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