Die Kraft des Atems in der Hypnose

15.05.2012

Hypnose Blumen
Leider lernen wir selten bewusst zu atmen, es sei denn, wir stehen kurz vor einer Entbindung und lernen dadurch, in den Schmerz zu atmen und ihn so erträglicher zu machen oder wir leiden unter einer ernsthaften Atemwegs-Erkrankung. Atmung sollte eigentlich ein obligatorisches Schulfach sein, denn dem Atem fällt eine ganz besondere Rolle zu: so wie er uns ins Leben trägt tun wir den letzten Atemzug, wenn wir das Leben tatsächlich aushauchen.

Alle Hochkulturen, so zum Beispiel die alten Griechen, kannten die Bedeutung des Atems. So haben die Begriffe Odem sowohl für den Atem als auch für Geist und Seele Wortbedeutung. In der indischen Philosophie sehen viele Formen des Yoga und spirituelle Pfade bis heute den Atem als Verbindung in der einen oder anderen Weise.

Entsprechende Techniken, die vor allem mit Atmen zu tun haben, fliessen daher heute vermehrt in therapeutische Formen ein. Denken wir etwa an die Atem-Therapie, die durch das bewusste Atmen diverse Blockaden zu lösen vermag. Denn oft ist der Atem eine Blaupause unserer seelischen Verfassung. Sind wir entspannt, ist dies auch unser Atemfluss- und umgekehrt!

Auch in der Hypnose wird der unter Hypnose Stehende zum bewussten Einsatz des Atems ermutigt, etwa dann, wenn ein Klient unter einem starken inneren Bild einen emotionalen Prozess durchläuft. Das berühmte Dreimal- Tief –Einatmen vermag einerseits zu lösen aber auch Erkanntes mit dem Bewusstsein zu verbinden. Es ist erstaunlich, wie wirksam diese Aufforderung immer wieder ihren Dienst tut. So vermag das bewusste Atmen unter Trance Abstand zu Traumatischem aufzubauen, vermehrt zu entspannen, sowie einen wertvollen Energie-Schub zu bewirken.

Mit dem bewussten Atem fällt`s einfach leichter!

Zum Ausprobieren: Eine kleine Entspannung für Ihren Alltag (Technik nach Benson)

1.  Wählen Sie für sich ein Wort der Entspannung (z.B. „Ruhe“, „Zeit für mich“, Freigeben“)
2.  Setzen Sie sich bequem hin, schliessen Sie Ihre Augen
3.  Entspannen Sie Ihre Muskeln
4.  Atmen Sie sanft und natürlich, bei jedem Ausatmen denken Sie Ihr Fokuswort
5.  Seien Sie passiv, wenn sich Gedanken einstellen, beachten Sie diese mit einem „Ach ja“ und kehren zu Ihrem Fokuswort zurück.
6.  Atmen Sie weiter, verbinden Sie sich mehr und mehr mit dem Fokuswort und somit mit der Entspannung. Spüren Sie das Ausatmen in Verbindung mit Ihrem Fokuswort wie eine Woge der Ruhe und Gelassenheit.

Sylvia Gloor

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