Sicherheit und Geborgenheit in der Hypnosepraxis

22.05.2012

Entspannung und Geborgenheit

Hypnose arbeitet vor allem mit dem Aspekt der Entspannung und des Sich-Einlassens

Damit dies der Klientel besonders gut gelingt, gilt es einige Punkte der Praxis-Gestaltung zu beachten. Nicht selten sind gerade äussere Punkte der Sicherheit zu Beginn notwendig, damit die innere Entspannung und das Zulassen von Interaktionen überhaupt möglich werden. Ein erfolgreiches Coaching oder Therapieren kann in einem angenehm gestalteten Rahmen viel einfacher geschehen, denn lange bevor sich der Klient auf eine internale (innere) Sicht seiner Angelegenheit einlässt, sucht er äussere Sicherheits-Anker, die ihm ein Gefühl des Erkennens und der Kongruenz vermitteln. Diese findet er in einer harmonischen Umgebung und der vertrauenserweckenden Person des Therapeuten des Coachs.

Der erste Eindruck ist oft entscheidend, ob der Klient sich überhaupt in eine Therapie einlässt. So gilt auch hier die Marketing-Strategie: zuerst „verkauft“ der Therapeut seine Person, nicht prinzipiell die Methode!
Umfragen ergeben immer wieder, dass sich Klienten dann wohl fühlen, wenn sie sich an einem fremden Ort aufgehoben und ernst genommen fühlen. So mögen es viele Menschen, wenn sie einen ruhigen Ort für die Ankunft nutzen können, das heisst sich in aller Ruhe mit dem Ablegen an der Garderobe und der persönlichen Beruhigung beschäftigen können. Daher ist ein freundlich gestalteter Ort der Ankunft und des Wartens ein schöner erster Aspekt. Lesematerial und frisches Wasser dürfen bereit liegen. Wer gerne mit Klängen oder Düften arbeiten, der nutze ruhig diese Werte- ein dezenter Einsatz kann geschätzt werden.

Wenn der Therapeut seinen Klienten willkommen heisst, so erwartet der Klient eine klare Haltung seines Therapeuten-vom ersten Augenblick an. Mit einem natürlichen, selbstbewussten und einladenden Verhalten bereitet der Therapeut das folgende Gespräch vor. Ein Gespräch über eine kleine Belanglosigkeit kann die Anfangs-Nervosität des Klienten abfedern. Ähnliche Körperhaltungen wirken zudem auflockernd.

In allen Räumen darf die Ruhe unterstrichen werden. Je nach Stil des Therapierenden wird Wert auf gedämpfte Atmosphäre gelegt: hier und dort ein kleiner Blickfang, bei dem der Klient verweilen darf, gedimmte Lichtquellen und zarte Farbtöne ermöglichen schon durch den visuellen Reiz eine Entspannung. Heilsteine, meditative Objekte, Kerzenlicht, vielleicht ein plätschernder Zimmerbrunnen…auch hier gilt allerdings- weniger ist mehr. Diese Einrichtungs-Objekte sollen lediglich die Basis einer angenehmen Schwingung begünstigen- der Klient ergänzt das Ganzen durch seine persönliche Nuance mit seinem Wesen. Er soll darin also genügend Freiraum und Neutralität vorfinden. Das Ambiente soll für beiderlei Geschlecht als angenehm empfunden werden. Alt und Jung dürfen sich angesprochen fühlen. Kinder mögen es, wenn sie zu Details Fragen stellen dürfen, die ihnen ernsthaft beantwortet werden. Auch mögen es viele, nach einer Behandlung, ein kleines Präsent aussuche zu dürfen, etwa einen kleinen Heilstein.

Es gibt Situationen, in denen ein Klient nach der Trance in der hochsensiblen Hypnose-Therapie einen Moment ausruhen, sich wieder sortieren und den Zeitpunkt des Aufbruchs etwas steuern möchte. Aus diesem Grund ist es sehr vorteilhaft, einen zweiten Praxis-Raum anbieten zu können. Er hilft beiden Seiten, einen glücklichen Sitzungs-Schlusspunkt setzen: der Klient darf zum gegebenen Zeitpunkt wieder in den Alltag, der Therapeut den nächsten Klienten begrüssen.
Kleine Details, die eine grosse Wirkung erzielen können, denn das Miteinander im Praxis-Rahmen besteht aus vielen kleinen Elementen der Interaktion, die weit vor der eigentlichen Behandlung bereits spielen…

Sylvia Gloor

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