Mit Hypnose Gewicht verlieren?

03.08.2012

Dicke Menschen - Dünne Menschen

„Gebote“ zur Gewichts-Reduktion.

Mit Hypnose geht`s leichter!

Oft beobachte ich in meiner Praxis die Verzweiflung der Menschen, die sich zu dick fühlen und unbedingt Gewicht verlieren möchten. Sie haben schon so vieles für so viel Geld versucht und sind immer wieder gescheitert. Gescheitert an der Methode, an der Lebenssituation, meistens an sich. Denn der Wille zur Gewichtsreduktion mag noch so gross sein, wenn die seelische Komponente nicht in der Bereitschaft zur Gewichtsabnahme ist, ist ein Erfolg sehr schwierig. Was bedeutet denn nun die seelische Bereitschaft?

An oberster Stelle steht die Analyse des Übergewichtes. Es hat sehr viele Gesichter. Es ist nicht prinzipiell so, dass alle Übergewichtigen partout zu viel essen, dass alle sich mit dem Körperfett schützen wollen oder einen schlechten Stoffwechsel haben. Dies sind simple Verallgemeinerungen und berühren das Thema Übergewicht nur am Rande.
Vielfach handelt es sich bei Menschen um einen emotionalen Hunger, den sie mit Nahrungsmitteln zu stillen versuchen. Da die Ursachen dieses emotionalen Hungers sehr vielschichtig sind, arbeite ich zu Beginn mit einem Gebote-Katalog, den ich vorab mit den Klienten unter möglichst tiefer Hypnose an das Unterbewusstsein weiterleite (durch die Ideomotorik-Methode jeden Schritt bestätigen lassen):

  1. Ich esse langsam, ich verlängere allmählich die für eine Mahlzeit vorgesehene Zeit.
  2. Ich nehme kleine Bissen – Brot NUR mit Messer und Gabel.
  3. Ich lege das Besteck (oder die Speise) nach jedem Bissen während des Kauens nieder.
  4. Ich nehme keinen Nachschlag.
  5. Ich teile die Portionen in der Küche ein, statt einen grossen Topf auf den Tisch zu stellen.
  6. Ich benutze kleine Tassen oder Teller.
  7. Ich konzentriere mich während der Mahlzeiten ausschliesslich auf das Essen!!! (Weder Radio hören, noch Fernsehen, noch Zeitung lesen, noch Unterhaltung).
  8. Ich esse nur im Sitzen, immer am selben Platz, am besten nicht in der Küche oder an einem anderen Ort, an dem ich sonst anderen Tätigkeiten nachgehe.
  9. Ich esse nur, wenn ich Hunger habe (physischen Hunger, nicht emotionalen).
  10. Ich decke zu jeder Nahrungsaufnahme den Tisch.
  11. Ich lasse zwischen dem Auftreten des Bedürfnissens zu essen und der Mahlzeit eine bestimmt Zeit verstreichen.
  12. Ich notiere, bevor ich esse, in mein Tagebuch die Uhrzeit, was ich esse und meine Gefühle (Auslöser für das Essen).
  13. Ich überprüfe, bevor ich esse, ob ich wirklich einen physischen Hunger verspüre. Falls emotional, bitte die Klopf-Übung machen, oder ein Glas Wasser/Tee trinken, oder ich nehme mir eine angenehme Tätigkeit vor.
  14. Ich esse die verschiedenen Bestandteile des Gerichtes nacheinander (z.B. erst das Fleisch, dann das Gemüse).
  15. Dieser Gebote-Katalog wird in der Regel sehr gut angenommen. Erste Erfolgsergebnisse durch dieses simple Programm erschaffen eine positive Basis für das weitere Aufarbeiten. Bitte keine Waage verwenden. ES geht hier bei diesem Einstieg lediglich um das Erlernen eines neuen Ess-Verhaltens, physisch und emotional.

Dieser Einstieg ermöglicht verunsicherten Menschen einen ersten Schritt in die richtige Richtung: in die Leichtigkeit!

Nächste Woche: Wie sieht dieser emotionale Hunger aus? Wie kann er gestillt werden? Ein Praxis-Beispiel.

2 Kommentare

  • Ja, das Abnehmen ist tatsächlich ein leidiges Thema! Es gibt so viele Methoden, die angepriesen werden und Heil versprechen. Und doch ist Resultat meistens nur kurzfristig!
    Der Beitrag weist kurz auf die möglichen Ursachen, den psychologischen Gewinn, des Übergewichts hin, was bestimmt zutreffend ist. Man sollte das Thema an der Wurzel packen und somit quellorientiert arbeiten.
    Der vorgestellte «Gebots-Katalog» geht aber wieder nur auf die Symptomebene ein, die meines Erachtens jedoch keine Nachhaltigkeit bietet. Der Vorteil des Katalogs besteht allerdings darin, dass wir uns unser Essverhalten bewusst werden. Somit ist er nur als Einstieg in den Veränderungsprozess zu verstehen.
    Der erste Schritt wäre meines Erachtens jedoch, dass man lernt, sich so anzunehmen, zu lieben, wie man ist und sich selbst als schön und begehrenswert findet. Ich bin okay! Wenn wir uns selbst ablehnen, lehnen uns auch andere ab. Und hier beginnt der Teufelskreis. Man verspricht sich dann Hilfe von einer Diät. Da Diäten offensichtlich nicht nachhaltig wirken, da die Wurzel anderswo zu suchen ist, fühlt man sich nachher noch frustrierter und als kompletter Versager: Diäten machen uns nicht nur dicker, sondern rauben uns auch noch unser Selbstwertgefühl!
    Und: Was heisst Übergewicht? Dies hat auch sehr viel mit unseren kulturellen Werten und Schönheitsidealen zu tun. Wie heisst es doch: «Wahre Schönheit kommt von Innen.» Übergewicht kann bekanntlich auf verschiedene Arten definiert werden, je nach Erfassungsmethode. Ich spreche hier nicht von Adipositas.
    Der zweite Schritt wäre dann, heraus zu finden, allenfalls mit Hypnose, welche Anteile lassen mich nicht abnehmen? Was hindert mich daran? Und bestimmt steht immer eine positive Absicht dieses verhindernden Anteils dahinter, die sehr individuell ist (oft innere Erfüllung: Zuwendung, Liebe, Geborgenheit oder Schutz, Belohnung). Erst nach der inneren Klärung und Aussöhnung mit dieser Teilpersönlichkeit kann der nächste Schritt angegangen werden.
    Der dritte Schritt wäre sodann, sich mit der Esskultur, dem Essverhalten, konkret auf der Verhaltensebene auseinanderzusetzen. Erst jetzt ist eine Diät sinnvoll, aber eine die Spass macht! Durch die voran gegangene innere Arbeit wird sich aber vieles von selbst verändern!
    Somit bin ich auf die nächste Woche gespannt, wenn es im Blog um den emotionalen Hunger geht!

  • Heilversprechende Methoden sind schon immer heikel gewesen – den heilen kann nur einer sich selbst. Es sind “nur” Anregungen – und Handreichungen um die Stufen besser zu erklimmen um “ungesundes Uebergewicht abzubauen- von solchen Menschen die diese Schritte ebenfalls gegangen sind und gemeistert haben oder vielleicht auch “nur” einen guten Umgang mit diesem “Uebergewicht” erlangt haben. Es gibt fast so viele mögliche Ursachen die zu Uebergewicht führen, wie es Individualitäten gibt, hier werden einfach ein paar wenige, jedoch meist sehr einleuchtende Ursachen genannt.Die persönlichen Ursachen – “die Muster” müssen sicherlich einzeln angeschaut werden. Sei es durch Hypnose, aber auch durch Selbsterkenntnis zum Beispiel beim durchführen des Gebots-Katalogs bei vollkommenen Wachbewusstsein! Dieser Gebots-Katalog ist primär auf der Verhaltensebene angesiedelt. Wenn er aber tatsächlich konsequent durchgeführt wird – werden die Kilos purzeln ohne Diät und Nachhaltigkeit wird sich ganz gewiss einstellen – sofern man diese Gebote einhält.Wenn der Wille hierzu nicht ausreicht, kann man auch hier sehr gut mit Hypnose Willenstärke und Motivation erreichen. Sicher ist ein ganz wichtiger und wesentlicher Schritt auch sich so anzunehmen wie man ist. Der Trugschluss jedoch, nur geliebt zu werden, wenn man schlank ist – ist bereits eine Baustelle die nichts mehr mit Diät und Schlanksein per se zu tun hat sondern mit der Angst nicht geliebt zu werden wie man ist. Das Uebergewicht kommt nur als erstens und äusseres in Erscheinung – was in unteren Schichten und Muster schwelen muss erkannt und erarbeitet werden.

Hinterlasse eine Antwort

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *