Medizinische Hypnose – Was ist das?

10.08.2012

Frau mit Kopfschmerzen

Medizinische Hypnose – Umgang mit den Schmerzen

Die medizinische Hypnose ist ein psychosomatisches Therapieverfahren, das wissenschaftlich immer besser dokumentiert ist. So wird das verzerrte Bild der Hypnose, als magisch wirkendes Ritual, endlich der Vergangenheit angehören. Wir können es als „Ich stärkende „ Methode auf der körperlichen, vitalen, emotionalen, mentalen Ebenen einsetzen. Das Augenmerk der medizinischen Hypnose ist auf die effektive und nachhaltige Wirkung der Heilhypnose gerichtet, wie auch auf die präventive oder akute Behandlung und Umgang von Schmerzen sowie zur Veränderungen von Verhaltensmuster. In der Heilhypnose sprechen wir die Heilkraft des Geistes an, zu dem wir im Trancebewusstsein (Hypnosebewusstsein) Zugang haben und so unser Selbstheilungspotenzial aktivieren können. Auch der Umgang mit Schmerzen, sei es ein akuter auftretender Schmerz oder in der Vorbereitung auf einen Zahnarztbesuch, aber auch in der Geburtsvorbereitung, ist die medizinische Hypnose sehr hilfreich. Sie kann auch als effektives Langzeithilfsmittel ohne schädliche Nebenwirkungen bei chronischen Beschwerden als Selbsthypnose eingesetzt werden.

Wie werde ich eigentlich in eine Hypnose geführt und was bringt mir das?

Der Hypnotiseur kommuniziert auf verbaler und nonverbaler Ebenen mit dem Hypnotisand, so dass dieser immer tiefer in Trance gleitet. Wenn aus Prosa Poesie wird, spricht man oft auch vom Milton-Modell  (indirekte Methode) oder vom Eintauchen in sowohl- als- auch- Welten, der unendlichen Möglichkeiten oder Potenzialitäten. In Trance sein bedeutet nichts anderes, als ein Bewusstseinszustand, der sich vom Alltagsdenken folgendermassen unterscheidet: Die Aufmerksamkeit ist fokussiert auf ein Thema oder Situation, so dass eine vermehrte Achtsamkeit auf die jeweiligen Gefühle, Gedanken, Beziehungen, Mustern geschehen können, um sie abzuschwächen oder zu verstärken, je nach Situation. Wahrnehmungen, wie Schmerzen, können verändert werden, aber auch die Kreativität kann erhöht werden.

Hierzu werden als „Werkzeuge“ die verschiedenen hypnotischen Phänomene verwendet, wie zum Beispiel die Dissoziation: Hier hat der Klient die Möglichkeit vom Geschehen Abstand zu nehmen und aus der neuen, neutralen Perspektive kreative und kognitive Lösungsansätze zur Veränderung zu finden. Oder die Hypermnesie (stärkere Erinnerungsfähigkeit): Der Hypnotisand hat ein gesteigertes Erinnerungsvermögen und kann auf frühere mögliche konstruktive Ressourcen oder Lösungsstrategien zurückgreifen (zu denen er heute keinen Zugang mehr hat) und sie dann auch in der aktuellen Situation einsetzen kann.

Das erlernen der Selbsthypnose ist eine zusätzliche Möglichkeit, die eigene Selbstkompetenz zu erhöhen, indem ich damit zum Beispiel Linderung bei Schmerzen erwirken kann und so eine gewisse Kontrolle über das Schmerzgeschehen habe. Man kann aber auch neue mögliche Ansätze zu Problemlösungsansätze allein in der Trance durchspielen. Selbsthypnose kann aber auch einfach nur als Entspannungstherapie eingesetzt werden und so als Prophylaxe gegen Alltagsstress oder Burnout sein.

Die Hypnotherapie kann als alleinstehende Behandlungsmethode eingesetzt werden. Aber sie kann sehr gut auch in Kombination mit anderen bewährten Therapieverfahren wirken.

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