Psychoneuroimmunologie Teil 2

28.09.2012

Krebszelle und Lymphozyten

Der letzte Beitrag zur Psychoneuroimmunologie befasste sich mit den negativen Einflussfaktoren auf das Immunsystem, nämlich Angst, Stress und Depression.

Dieser Beitrag widmet sich der Frage: Welches sind denn die positiven Einflussfaktoren auf unsere Immunsystem?

Die Forschung hat folgende Persönlichkeitsfaktoren eruiert, welche günstig auf unser Immunsystem wirken:

Optimismus, Selbstwert, Selbstwirksamkeit, Soziale Bindungen, Positive Gefühle.

Die Kunst zu glauben, dass alles am Schluss gut herauskommt, zeichnet einen Optimisten aus. Studien zeigen, dass Krankheitsverläufe bei HIV-Patienten und bei Menschen mit einer Krebserkrankung günstiger verlaufen,wenn diese eine optimistische Einstellung zu ihrer Krankheit haben. Schön und gut, mögen Sie denken, aber was nützt mir das, wenn ich nun mal nicht als Optimist geboren wurde?

Vielleicht helfen folgende grundsätzliche Überlegungen zu den Persönlichkeitsfaktoren. Persönlichkeitsfaktoren sind nicht so sehr in Stein gemeisselt, wie es zunächst scheint. Die Möglichkeit zur Veränderung ist in jedem Lebensalter gegeben, selbst angeborene Persönlichkeitszüge sind veränderbar, auch Gene sind wandelbar. Der Wille und die Motivation zur Veränderung beruht auf einer Entscheidung, die häufig nur unter Leidensdruck durch körperliche oder psychische Symptome, Krankheit, zustande kommt. Dieses Leiden kann Anlass sein für eine Hypnosetherapie um die psychische Ursache für ein Symptom zu klären und die Grundlage für die Genesung zu schaffen. Dabei können sich vermeintlich feste Muster und Glaubenssätze zum Postiven verändern, das eigene Selbstbild, die Persönlichkeit kann sich ändern.

Die Grundlagen für die Persönlichkeit werden bereits in der frühen Kindheit gelegt, für die gesunde Entwicklung ist die frühe Bindungserfahrung von grosser Bedeutung. Ein Gegenüber zu haben, das nebst dem physischen Versorgen Aufmerksamkeit schenkt und die Erfahrung von Liebe und Geborgenheit ermöglicht, ist eine gute Grundlage für ein positives Selbstwertgefühl. Ein gesundes Selbstwertgefühl führt eher zu einer Einstellung: „Ich schaffe das!“ Menschen, die Herausforderungen annehmen und sich etwas zutrauen, können Erfolg haben und erleben das Gefühl der Selbstwirksamkeit. Menschen mit einer hohen Selbstwirksamkeit glauben daran, dass Sie selbst ein gutes Ende herbeiführen können. Sie glauben im Gegensatz zum Optimisten nicht nur an das gute Ende, sondern auch daran, dass sie es selbst herbeiführen können. Die Erfahrung selbst etwas bewirken zu können, verhilft zu positiven Gefühlen und stimmt optimistisch für die Zukunft. Der Kreis schliesst sich.

Nicht alle Menschen hatten eine glückliche Kindheit und ausreichend Gelegenheit für Erfolgserlebnisse. In solchen Fällen kann es helfen mit einer Hypnosetherapie traumatische Kindheitserlebnisse zu verarbeiten und nicht zuletzt die therapeutische Arbeit an sich kann die Erfahrung von Selbstwirksamkeit ermöglichen.

Charlotte Lattmann

Literatur:
Birbaumer, N., Schmidt, R.F. (2010) Biologische Psychologie. 7. Auflage. Springer Verlag.
Schubert, Christian (2011). Psychoneuroimmunologie und Psychotherapie. Verlag Schattauer.

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