Was kann ich selbst für mich tun? Patientenkompetenz in der modernen Medizin

09.10.2012

Gerd Nagel, Professor für Onkologie, war ein ganz normaler Schulmediziner bis er selbst an Krebs erkrankte. Aufgrund seiner eigenen Krankheit begann er sich mit den Themen Patientenkompetenz und Komplementärmedizin zu befassen und schrieb das Buch mit dem obgenannten Titel: Was kann ich selbst für mich tun? Patientenkompetenz in der modernen Medizin

Gerd Nagel schreibt Folgendes: „…Patientenkompetenz bezeichnet die Fähigkeit für sich Verantwortung zu übernehmen auf dem Weg durch die Krankheit. Und da dieser Weg bei jedem Menschen anders aussieht, gibt es nicht DIE Patientenkompetenz, sondern es gibt immer nur MEINE Kompetenz als Patientin oder Patient. Wie sie sich äussert, hängt ab von individuellen Wünschen, Fähigkeiten, Erfahrungen, Ressourcen und vielem mehr. Ein kompetenter Patient wird für sich selbst aktiv – in welcher Form auch immer. Er macht sich auf die Suche nach den Quellen seiner Gesundheit – ganz egal, worin diese bestehen. Er versteht sich als Partner des Arztes und tritt damit aus der Rolle des passiven Opfers eines gnadenlosen Schicksals. Er will das Heft des Handelns in der Hand behalten- auch wenn er es phasenweise vertrauensvoll in die Hände eines Arztes oder Therapeuten legt.“ (Siehe Literaturhinweis, s. 28)

Genau hier kann eine Hypnosetherapie als unterstützende Behandlung bei einer körperlichen Erkrankung ansetzen. Eine einfühlsame Begleitung mit therapeutischer Hypnose kann helfen, die eigenen Ressourcen zu entdecken, wie zum Beispiel mit passenden Visualisierungen wieder mehr Hoffnung zu spüren, Ziele zu stecken („nächstes Jahr werde ich eine Wanderung machen“), vielleicht geht es aber auch zunächst erst darum die Krankheit als solche zu akzeptieren und den eigenen Weg durch die Krankheit zu akzeptieren. Entspannungstrancen senken den Stresslevel und erhöhen die Regenerationsfähigkeit. Hypnose kann als eine mentale Vorbereitung für medizinische Eingriffe zur Angstreduktion und für eine verbesserte Wundheilung eingesetzt werden.

Das empfehlenswerte Buch beinhaltet auch ein sehr persönliches Interview mit Gerd Nagel in dem er von seiner Krebserkrankung berichtet, wie er sich, bevor er die Chemotherapie machte, in die Wälder zurückgezogen hatte und in der Stille wieder zu sich selbst zurückgefunden hat und dann bereit war für die chemotherapeutische Behandlung. Er hat seine Erkrankung überwunden und setzt sich nun für mehr Patientenkompetenz ein und für ein verbesserte Kommunikation zwischen Art und Patient.

Es gibt die unterschiedlichsten Formen einer Krankheit zu begegnen und einen Weg aus der Hilflosigkeit und Passivität zu finden. Dieses Buch zeichnet einige Möglichkeiten auf und gibt konkrete Hinweise und Denkanstösse für Betroffene und Angehörige.

Charlotte Lattmann

Literatur:
Bopp, A., Nagel, D., Nagel, G. (2005). Was kann ich selbst für mich tun? Patientenkompetenz in der modernen Medizin. Verlag Rüffer & Rub

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