Feuerlaufen – Scherbenlaufen – Holzscheite mit der blossen Hand zerschlagen

23.10.2012

Feuerdrachen

Die diesjährige Diplomfeier am IGM einmal ganz anders!

Eine Teilnehmerin und Dozentin berichtet, wie ihr es mit der Einladung zur Diplomfeier innerlich und äusserlich erging:

Eigentlich wäre ich froh gewesen, es hätte sich ein Grund ergeben, um meine Teilnahme an dieser Diplomfeier absagen zu können. Ein krankes Kind, ein Rohrbruch, ein Notfall auf der Arbeitsstelle, der meine Präsenz erfordert hätte. Oh, wie schnell hatte ich zugesagt!

Mulmig war mir nämlich schon einige Tage vorher…Wenn mich Kollegen anschrieben, die ebenfalls teilnehmen würden, so schrieben diese über ihre Vorfreude, dass sie kaum noch warten könnten… Ich hatte nur einen unendlich grossen Respekt, einen Kloss im Hals, einen Stein im Magen…

Keine einzige Katastrophe ereignete sich, so dass ich ungehindert am Event teilnehmen konnte. Bei wunderbar sonnigem Wetter wurde unsere Gruppe in einer liebevoller Art und Weise empfangen und an das Thema des Feuerlaufens herangeführt. Jede Übung brachte uns als Gruppe näher zusammen, uns zugleich in wundersamer Weise auch näher zu uns selbst. Es war, als würden neue Räume eines Hauses erschlossen, das man schon viele Jahre belebt hatte.
Das gemeinsame Transportieren und Aufstapeln der gewaltigen Masse Holz von 1,4 t war ein ebenso verbindendes wie auch sinnliches Erlebnis. Alle teilnehmenden Personen hatte letztlich jedes Stück Holz berührt und somit beseelt!

Durch den Augenblick des ersten Funken wurde eine Kette von Gefühlen der Besinnlichkeit und Verankerung mit einer Urkraft in Bewegung gebracht, die uns alle über die Brücke der berauschenden Hitze und der gewaltigem Kraft des Urelementes Feuer weit über alle rationalen Dimensionen hin verbanden.

Nach zwei Stunden intensiven Brennens, war ein Gluthaufen der Extraklasse entstanden, mit Temperaturen weit über 1000°Celsius. Die beiden routinierten, jedoch nicht minder achtsamen Kursleiter begannen den Haufen in die Form eines glühenden Teppichs zu rechen. Die Hitze war zu Beginn nur verzehrend und in unmittelbarer Nähe kaum erträglich. Mein Herz sank in diesem Moment in meine Hose. Was tat ich hier?

Die traditionell übermittelte Geschichte aus dem orientalischen Reich erzählt vom wilden Feuerdrachen, der sprüht und in seiner Wut speit und alles verbrennt, was sich ihm in den Weg stellt. Mit Geduld, Innenschau und dem notwendigen Vertrauen kann der Drache besänftigt werden. Der Rechen krault ihm quasi den Rücken, was der Drache mag und du ihn so beruhigst. Dann duldet er auch Nähe und ist bereit, einen sicher zu tragen und zum Tanze auf seinem Rücken einzuladen.

Augenblicklich überkam mich eine innere Ruhe, die mir Raum und Gelassenheit verlieh. In diesem Moment überkam mich die unerschütterliche Gewissheit, dass ich über diesen glühenden Teppich wandeln würde. Nichts würde mich mehr davon abbringen.

Als der Teppich dieses faszinierenden und fast schon hypnotischen Glühen eröffnet war, trugen mich meine Füsse über diese 900°Grad heisse Flut von Energie, an der einen Hand eine Freundin, an der anderen vermutlich drei Schutzengel, als besässe ich Flügel. Keine kleinste Verbrennung habe ich davongetragen.

Ja, ich habe den Schritt gewagt, in immer direkterer Verbindung zu mir selber und der unerschütterlichen Gewissheit, dass ich diese Feuerprobe bestehen würde. Der Feuerlauf im Alltag hatte plötzlich an imposanter Präsenz eingebüsst….

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