Mit Schreiben – dem Burnout die Stirn bieten

30.10.2012

Schreibfeder

Mit der Schreib-Feder Selbstfürsorge erlernen – und dem Burnout die Stirn bieten.

Viviane hatte viele Tage der Dunkelheit und der Verzweiflung hinter sich und steckte tief im Burnout drin. Sie entschloss eine Therapie zu machen.

Basierend auf den Arbeiten von Jon Kabat-Zinn*, der die Methode der achtsamkeitsbasierenden STRESSMINDERUNG begründete, übte Viviane unter therapeutischer Anleitung, ihre Achtsamkeit bewusst und mit Absicht auf das aktuelle Erleben zu richten, von Moment zu Moment. Sie übte geduldig das, was sie wahrnahm, nicht zu bewerten und alles, „was den Geist erreicht“, erst einmal ohne Vorurteil anzunehmen. 

* Kabat-Zinn spricht davon, dass viele Menschen in einer Art Alltagstrance leben. Sie seien wie von einem Autopiloten gesteuert und steuerten nicht selbst. Gefördert wird dieses entfremdete Leben von einer Kultur, die durch ihr „Dauer-Reiz-Bombardement“ Menschen aus dem Lot bringt und diejenigen als tüchtig ansieht, die 1000 Dinge gleichzeitig tun.

Als Hausaufgabe führten wir ein Tagebuch ein, in dem sie jeden Tag die Ereignisse festhielt, die positive Gefühle erzeugt hatten. Ziele dieser Einträge sollten sein, dass Viviane sich bewusst auf angenehme Gefühle konzentrieren und diese erkennen lernen sollte. Positiv erlebte Gefühle im Umgang mit anderen Menschen verdichteten auch Vivianes Erkenntnis: „Ich werde gemocht, weil ich so bin, wie ich bin.“

Viviane hatte durch das Tagebuch – Führen gelernt, folgende Punkte klar zu fokussieren und zu beantworten:

  • Welche Stärken habe ich?
  • Welche besonderen Qualitäten habe ich?
  • Was kann ich besser als andere?
  • Womit beschäftige ich mich normalerweise aus eigenem Antrieb?
  • Was können andere von mir lernen?
  • Was schätzen andere an mir?

Durch das Schreiben wurde Viviane allmählich wieder fähig, sich zu entspannen, zu fokussieren und künstlerisch auszudrücken. Sie hatte wieder gelernt, Ihre eigenen Bedürfnisse zu spüren. Sie gewann somit ausreichend Selbstfürsorge zurück, die sich durch eine innere Haltung der Wertschätzung sich selbst gegenüber ausdrückte. Sie bedeutet, dass Viviane ihre Gefühle und Kräfte wieder einschätzen konnte, mit dem Ziel, die eigene Gesundheit an Körper, Geist und Seele wieder zu erlangen und zu erhalten.

Auch wenn Viviane noch nicht über den Berg ist, so strahlen ihre Körperhaltung und Gesichtsausdruck bereits wieder Interesse und Empfänglichkeit für das Leben „da draussen“ aus. Sie schreitet auf ihrem noch kleinen Lebens-Radius wie eine Schatzsucherin mutig voran, achtsam auf die kleinen Kostbarkeiten fokussiert, die ihren Weg kostbar und liebenswert machen.

 Sylvia Gloor

Kommentar

  • Karola sagt:

    Da das Schreiben eine Art der Ablenkung ist und zur Entspannung führen kann, kann dadurch wahrscheinlich eine Besserung eintreffen. Ich kenne einen Manager, dem es ebenso erging und seine Gedanken in einem Buch niedergeschrieben hat: http://www.leben-im-goldenen-wind.de

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