Wie gehe ich mit ausgebrannten Menschen um?

16.11.2012

Muschel mit Perle

Vom Umgang mit ausgebrannten Menschen – und was kann ich für mich selber tun um gesund zu bleiben?

Viviane, die ihr zweites Burnout erlitten hat ist auf dem Weg der Besserung seit sie einige Sitzungen in der Hypnose-Praxis absolviert hat. Sie ist aus ihrem Schattental aufgetaucht und findet langsam, wirklich langsam, den Weg in ein moderates, geregeltes und strukturiertes Leben zurück. Dabei dreht sich ihr Handeln, Denken und Fühlen vorwiegend um sich selbst. Sie hat lernen müssen, dass diese Optik im Moment die entscheidende ist, damit sie nach dieser persönlichen Krise gestärkt weiterleben kann.

Viviane hat  Kinder und einen sehr engagierten Mann. Diese können im Moment nicht auf sie zählen. Vivianes Ehemann ist eine Seele von Mensch. Er liebt seine Frau über alles, erkennt ihre Bedürfnisse und tut alles, damit seine Partnerin nicht in eine Klinik eingeliefert werden muss. Auch mit Selbstvorwürfen schont er sich nicht. Seine Frage, die er immer wieder stellt: „ Warum konnte dies noch einmal geschehen, warum habe ich nicht besser auf meine Frau geachtet!“

Der Umgang mit ausgebrannten Menschen erfordert sehr viel Zeit und Energie. Oftmals stossen die Beteiligten dabei selber an ihre Grenzen. Daher erfordert ein Burnout auch die Betreuung der beteiligten Personen, insbesondere die Partner und Partnerinnen der Betroffenen. In Gesprächen sollte es den Partnern möglich sein, ihren Druck, Frust, ihre Fragen, aber auch ihre Ohnmacht loszuwerden. Geduldiges Erklären, Abhören und Mittragen sind hier unerlässlich. Ein Burnout-Prozess kann sich über mehrere Monate erstrecken bis der Betroffene wieder in seinem Leben sicher Fuss gefasst hat.

Die Ressourcen der Helfenden dürfen auf keinen Fall dermassen strapaziert werden, dass sie selber zu Geschädigten werden. Nur, wenn die Partner echte Ressourcen zu bieten haben, nicht aus irgendwelchen Ehrgefühlen oder Verantwortlichkeiten heraus handeln, kann ihre Hilfe sinnvoll eingesetzt werden.

Wesentlich ist, dass die Frage der Schuld geklärt wird. In einer solch dramatischen Situation führen immer diverse Faktoren zum Zusammenbruch der Werte, der Kräfte, der gewohnten Alltagssituation. Es ist sehr empfehlenswert, den Betroffenen und deren Umgebung zu erklären, dass Druck, Erschöpfung und Stress ein Zusammenspiel über eine längere Zeit mit zusätzlichen individuellen Faktoren zum Eclat geführt haben. Wenn die Härte der Selbst-Verurteilung einem gnädigen und geduldigen Selbst-Betrachten zu Raum verhilft, ist eine neutrale Ebene geschaffen. Schuldgefühle sind dann nicht mehr nötig.

Vivianes Gatte lernt unter Hypnose, sich zu entspannen, abzugrenzen und zu regenerieren. In einer sorgfältig ausgewählten Präventions-Strategie erlernt er auf den Ebenen Körper- Geist- Seele die Fähigkeit, einen inneren Rhythmus zu pflegen, um diese schwere Prüfung zu meistern. Einen Rhythmus des Geben und Nehmens, des Sich-Öffnens und Sich-Schliessens.

Sylvia Gloor

 

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