Jedes Jahr ein neuer Furz….

07.05.2013

Schwangere Frau

Anlässlich einer Geburtshypnose Sitzung erzählte mir eine Klientin, sie habe mit ihrem Gynäkologen über Ihre Geburtsängste und ihr Vorhaben, Geburtshypnose anzuwenden gesprochen. Sie wollte seine Meinung dazu hören. Die war dann ziemlich einfältig… „es gibt jedes Jahr wieder einen neuen Furz, wenn es um Geburten geht…“. Nun diese Aussage veranlasst mich dazu, Gleichdenker mit Fakten zu versorgen.

Es werden Ängste geschürt, anstatt Frauen in ihrem Frausein zu unterstützen

Zunächst einmal unterstütze ich aber den Gynäkologen in seiner Aussage. Es gibt tatsächlich jedes Jahr einen neuen Furz in der Geburtsindustrie… z.B. Folgende: Immer wieder erklären diverse Gynäkologen allen Ernstes, eine Kaiserschnittgeburt zur sichersten Variante ein Kind zur Welt zu bringen und dies ohne medizinische Indikation und vor dem Geburtstermin. Neoantologen raufen sich bei diesen Aussagen schon seit langem die Haare. Auch die Pharmaindustrie liefert jährlich neue Wege zur schmerzfreien Geburt. Trotz allen Bemühungen werden diese Mittel in der Regel aber auch nicht immer nur glücklich und befreiend erlebt. Es werden Ängste geschürt, anstatt Frauen in ihrem Frausein zu unterstützen und Geburten werden zu medizinisch pathologischen Ereignissen erklärt, anstatt diesen natürlichen, körperlichen Vorgang im Leben einer Frau und ihres Kindes zu unterstützen. Anstatt auf die Perfektion ihres fraulichen Körpers, soll sich eine Schwangere auf die Wissenschaft und die Pharmaindustrie verlassen. Wir wissen aber, dass hier wirklich jedes Jahr – um in der Terminologie des Gynäkologen zu bleiben – ein neuer Furz auf den Markt kommt, der dann schon bald wieder überholt, veraltert und teils sogar gesundheitsschädigend ist.

Natürlich will ich nun auch nicht alles verteufeln, was die Wissenschaft hervorbringt, das wäre falsch. Ein Kaiserschnitt, oder ein Medikament am richtigen Ort zu rechten Zeit ist in der Tat ein Segen.

Fakten, Fakten, Fakten

Und jetzt wie versprochen noch einige Fakten, liebe Zweifler… In Deutschland wurde bereits in den Jahren 2001 – 2003 unter Leitung von Dipl. Psych. Frau Helga Hüsken-Janssen ein Studie zur Geburtshypnose an 180 Frauen, in 8 verschiedenen Spitälern durchgeführt. Darin wurde die Wirksamkeit der Hypnose nachgewiesen. Nachgewiesen werden konnte insbesondere, dass hypnotherapeutisch vorbereitete Frauen weniger Angst vor der Geburt haben als andere. Sie erleben weniger Schmerzen und die Dauer der Geburt verkürzt sich. Auch das subjektive Befinden nach der Geburt war bei Frauen, die sich mit Hypnose vorbereitet hatten, deutlich besser. Ebenso tragen weniger Komplikationen während der Geburt auf.

Einen Überblick über die wichtigsten Untersuchungsergebnisse finden sie auf www.geburtsvorbereitung.com.
Abschliessend soll hier noch gesagt werden, dass Geburtshypnose die Frau auch bei Komplikationen unterstützen kann. Dies um in sich und mit ihrem Kind, den Umständen entsprechend ruhig und angstfrei, in der speziellen Situation den positiven Kontakt zum Kinder aufrecht erhalten zu können und ihr Baby auf seinem Weg ins Leben weiterhin innerlich zu unterstützen.

Ich arbeite deshalb weiter und unterstütze eine Geburt mit Hypnose. Bleibt zu hoffen, dass noch viele Frauen davon profitieren können – aus Lust am Frausein.
Susanne Keller Loomans

2 Kommentare

  • Sehr interessant – danke schön! Ich interessiere mich sehr für das Thema und habe letztes Jahr darüber am Hebammenkongress, ausgerichtet von Weleda, in Fulda gesprochen.
    Wie arbeiten Sie mit den Frauen, eher wie die amerikanischen “Programme” es vormachen, in Richtung schmerzfrei, oder (wenn ich mal der Einfachheit zuliebe so polarisieren darf!), in Richtung gebären und Frausein, im Sinne von im Auge des Zyklon diese gewaltige Kräfte durchströmen lassen?
    Ich freue mich auf Antwort und Anregung zu diesem meinem Lieblingsthema in der Hypnotherapie!

  • Guten Tag Frau Keller – herzlichen Dank für Ihre Antwort. Und gerne mit polarisieren 🙂 Wir propagieren keine schmerzfreie Geburt, sondern helfen der Klientin einen positiven und vertrauensvollen Umgang mit allen Stadien der Geburt zu finden. Ziel ist es Selbsthypnose, mentale Übungen, den Atem, die Macht der ganz persönlichen positiven Gedanken und Vorstellungskraft, positive Suggestionen und vieles mehr für eine selbstbestimmte Geburt einzusetzen. Herzliche Grüsse Barbara Prinzing

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