Wie grenze ich mich ab?

01.10.2013

Holzstangen in den BergenWer in mein Haus will, kommt normalerweise durch die Haustüre. Die Haustüre wiederum ist mit einem Schloss versehen und nur ich entscheide, ob ich den Schlüssel im Schloss drehe, um jemandem Einlass zu gewähren.

Draussen vor der Haustüre habe ich meinen eigenen Garten. Dieser ist umgeben von einem Zaun. Nicht weil mir der Zaun gefällt, sondern weil es mich stört, wenn jeder Fussgänger nach Lust und Laune meine Blumen und Pflanzen zertrampelt und seine Abfälle in meinem Garten entsorgt. Haustüre und Zaun sind künstliche und mechanische „Hindernisse“, mit denen ich mich ganz bewusst abgrenze. Diese Grenzen sind gesellschaftstauglich und werden in der Regel akzeptiert und auch respektiert.

Etwas schwieriger gestaltet sich das Abgrenzen im Alltag auf persönlicher und emotionaler Ebene

Wie kann ich auch mal „NEIN“ sagen, ohne dass mein Gegenüber dies als Desinteresse oder Ablehnung empfindet? Viele von uns haben ein Helfersyndrom. Gleichsam ein Rucksack auf dem steht: „Bei mir könnt ihr alles abladen!“ Dann wundern wir uns, wenn das die anderen tun. Deren Lasten, Sorgen, Probleme und Launen nehmen wir persönlich, obwohl sie doch gar nichts mit uns zu tun haben. Wir wollen helfen und glauben, allen andern Problemen gewachsen zu sein. Energie wird uns dabei abgezapft – unsere eigene Energie, die wir doch selber so oft dringend brauchen.

Zeige und äussere ich mich meinem Gegenüber, dass ich etwas nicht möchte, weil es meine Grenzen überschreitet, dann wird dies of so interpretiert, also wollte ich der Person sagen; „Ich mag dich nicht oder du bist mir zuwenig wichtig, als dass ich mich deiner Probleme annehme.

Kommunikation ist der Schlüssel zur erfolgreichen und respektvollen Abgrenzung.

Mit unserer persönlichen Abgrenzung ist es wie mit der Haustüre und dem Gartenzaun:
Nicht diejenigen tragen die Schuld an einem Konflikt, welche die Grenzen nicht sehen, sondern jene, die sie nicht sichtbar machen oder kommunizieren. Tun wir das nicht, werden wir zertrampelt. Und eigentlich ist das selten eine böse Absicht von unserem Gegenüber.

Im Modul Hypnosystemik lerne ich mehr über Kommunikation in Hypnose und Wachhypnose.

Barbara Prinzing

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