Empathische Haltung – Empathie – Einfühlung

19.06.2014

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Empathie oder empathische Haltung einnehmen – wie geht das und was passiert beim Klienten wenn wir dieses „Einfühlungsvermögen“ einsetzen?

Der erste Kontakt, per Telefon, per Mail oder auch persönlich, ist wohl der Wichtigste und er ist und bleibt die Basis all dessen, was später folgt oder folgen kann. Genauso in der Haltung wie der  Therapeut/Coach den Klienten aufnimmt – so kann dieser sich entfalten.

Stellen wir uns erst einmal vor, wie es sich anfühlt, auf der Seite des Klienten zu stehen.

Er kommt in Therapie/Coaching, weil sich im Innersten etwas angestaut hat, dass so unerträglich geworden ist, dass man sich nun Hilfe im Aussen sucht.

Doch wie soll man beginnen mit einem Thema, das mit niemandem besprochen werden kann, sei es, weil man nicht verstanden wird oder nicht verstanden werden will, sei es weil es so beschämend ist, dass man gar nicht darüber sprechen kann noch will. Die Angst auch vom Therapeuten nicht verstanden zu werden besteht am Anfang immer – denn nicht jeder Therapeut/Coach hat das nötige Einfühlungsvermögen (Empathie).

Damit der Klient aber wirklich an seine tiefsten Themen arbeiten kann, muss er sich ganz öffnen können und frei heraus über alles sprechen. Es darf in keinem Augenblick Angst haben nicht angenommen zu werden –  egal was und wie er auch erzählt. Er muss vollkommenes Vertrauen in den Therapeuten/Coach haben. Um dieses Vertrauen vom Klienten zu erlangen, muss der Therapeut/Coach eine empathische Haltung einnehmen. Dies ist jedoch nicht ganz so einfach – es ist eine hohe Kunst.

Empathie oder empathische Haltung einnehmen – wie geht das?

In der Grundhaltung des Therapeuten/ Coaches sollte eine grosse Portion Güte mitschwingen. Güte, die alles zulässt, was ist. Ohne Wertung, Bewertung oder Verurteilung. Und es ist die Fähigkeit, sich in den anderen hinein zu versetzen und aus dessen Emotionen, aus Nonverbalem entschlüsseln, was den anderen bewegt, er wirklich meint… erkennen, was nicht gesagt ist, aber wahrer ist als das Gesagte. Auf die unausgesprochenen Bedürfnisse des Anderen eingehen, um zu helfen.

Erst die tragende Stille des gütigen Zuhörens schafft die Brücke, über die der Klient eingeladen ist zu gehen- vor allem zu sich selbst.

Was geschieht, wenn der Therapeut/Coach in Empathie ist?

Der Klient kann so erst einmal erkennen was ist. Wenn der Therapeut/ Coach eine solche neutrale Insel schaffen kann, lernt der Klient im nächsten Schritt zu akzeptieren, das es ist. Er wird somit bestärkt, richtig gehandelt zu haben ohne sich zu beschuldigen, ohne sich zu schämen  für das was gewesen ist und hat die Kraft weiterzugehen. Schritt für Schritt um schlussendlich alles zu integrieren was gewesen ist – ohne etwas von sich zu weisen oder abzuspalten.

TIPP: Khalil Gibran spricht in seinem Büchlein der Prophet im Kapitel Verbrechen und Strafe sehr eindrücklich über das Integrieren.

Sylvia Gloor

Barbara Prinzing

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