Was macht eine Therapie erfolgreich und nachhaltig?

18.07.2014

Hypnosetherapeutin

Als Therapeutin liegt die Nachhaltigkeit einer Therapie/ eines Coaching besonders am Herzen. Was aber benötigt es damit die Therapie /Coaching erfolgreich und nachhaltig wirken kann?

Damit eine Therapie/Coaching erfolgreich und nachhaltig wirken kann, braucht es ein Engagement von beiden Seiten – vom Klienten und vom Therapeuten. Das Vertrauen – die Basis um Nachhaltigkeit und Erfolg in der Therapie/Coaching zu erreichen, haben wir bereits in einem früheren Blog besprochen. Es ist die empathische Haltung des Therapeuten/Coaches, damit der Klient das Vertrauen hat alles auszusprechen, was ausgesprochen werden möchte, um dem Ziel dienlich zu sein. Erst wenn dieses Vertrauen gegeben ist, kann wirklich eine erfolgreiche und nachhaltige Therapie/Coaching geschehen.

Der erste Kontakt ist sehr entscheidend. Vor allem bei Kindern und Jugendlichen ist es besonders wichtig, unmittelbar den richtigen Zugang zu finden. Niemand erteilt Therapeuten so schnell ein ehrliches (oder auch vernichtendes) Feedback wie Kids. So lieben sie spannende Dinge zu sehen und zu hören, auch einladende Räumlichkeiten lassen sie eine Haltung des Sich-Einlassens einnehmen. Wenn die richtigen Türen erst einmal offen sind, erwächst eine Kooperation, die einfach jedes Mal wieder berührend ist. Die Basis dieser Kooperation ist jene des Ernst-Genommen-Werdens. Kinder und Jugendliche wissen oftmals warum sie in eine Therapie kommen, haben jedoch oft das Gefühl des Anders-Seins und der Scham in ihrem Reisegepäck mit dabei.

Als nächst möglicher Schritt ist es wichtig, das Ziel des Klienten zu erfahren und auszuarbeiten. Viele Menschen wissen zwar, was sie nicht wollen, aber sie wissen nicht, was sie wollen. Damit die Energie sich auf diese Soll-Situation (Ziel) konzentrieren kann und nicht verwässert, braucht es die Ausarbeitung auf allen Ebenen der Soll-Situation (Ziel des Klienten.)

Wenn sich der Bergsteiger auf eine anspruchsvolle Klettertour vorbereitet, wo viele Gefahren lauern, wird er sich reiflich über sein Gepäck Gedanken machen: Es muss erstens leicht und zweitens der Sicherheit dienlich sein, denn letztlich kann sein Leben auf dem Spiel stehen.

Im therapeutischen Arbeiten empfiehlt sich dies ebenfalls; denn das Erarbeiten und Benennen einer Zieldefinition kann aus Sicht des Klienten in ähnlich bedrohlichen Bahnen verlaufen…Das Stichwort lautet „ressourcenreicher Zustand“.

Wenn wir von einem ressourcenreichen Zustand sprechen, zapfen wir unser persönliches Kraftreservoir an. Dieses Kraftreservoir kann zum Beispiel unsere persönliche Energiequelle sein, die gefüllt ist von Ressourcen, mit denen wir unsere herausfordernden Situationen in unserem Leben bereits gemeistert haben. Dies können Mut, Offenherzigkeit, Konfliktbereitschaft, Vertrauen, Durchhaltewille, Liebe, Geduld, Lebensfreude, Selbstwert und so vieles mehr sein. Diese Ressourcen stehen uns als Quelle zur Verfügung. Diese Ressourcen können wir nun in der Hypnosetherapie bewusst nutzen, um unser Ziel zu definieren. Wir brauchen sie nicht erst aufzubauen, sondern können gleich aus dem Vollen schöpfen, indem wir sie wieder entdecken und stärken und speichern.

Wie kann hier vorgegangen werden um von diesem ressourcenreicher Zustand zu schöpfen?

Eine Methode hierfür ist das „Verankern“. Der Mensch erinnert sich an eine positive Situation, in der er ein Ziel bereits erreicht hat und die mit Ressourcen angefüllt ist. Um einen guten Zugang zu bekommen, können Sinneseindrücke wie eine bildhafte Erinnerung, Gerüche, Geräusche, Stimmungslagen oder Körperwahrnehmungen zu Hilfe genommen werden. Diese Ressource soll nun auf das Ziel übertragen und „verankert“ werden, damit es zur Verfügung steht und der Klient kraftvoll dem Ziel näher kommt.

Wie kann nun die Therapie weiter gestaltet werden, um auch Nachhaltigkeit zu gewähren?

Das eine ist, dass der Klient gelernt hat, dass er durchaus Stärken in sich hat, Probleme aus sich selber zu bewältigen. Diese Erkenntnis allein wir ihm schon eine schöne Portion Optimismus und Vertrauen schenken.

Nun gilt es aber, an seinem Ziel, respektive an seiner Herausforderung konkret zu arbeiten. Gestärkt durch seine Ressourcen ist es dem Klienten nun möglich, sich seinem inneren Widerstand zu stellen. So kann beispielsweise ein Klient aussprechen, dass ihm eine angsteinflössende Stimme befiehlt, unter Stress sich die Kopf-Haare oder die Wimpern auszureissen. Die Scham und der Schmerz über diese Tatsache werden aufflammen, jedoch getragen werden durch die angelegte Ressource.

Dem Therapeuten wird es nun ein Anliegen sein, in eine solche Situation achtsam hineinzugehen (ressourcenreicher Zustand)und eine Lösungs-Strategie mit dem Klienten zu erarbeiten. Ein möglicher Weg könnte hierfür der Dialog mit dem Stress oder der inneren Stimme sein. Gemeinsam wird ein Lösungs-Szenario entworfen. Ein wirkungsvoller Kraftsatz kann hierfür sehr hilfreich sein. Der Klient kündigt etwa die eigene Entschlossenheit an und erklärt sich bereit, die Herausforderung zu meistern: „Ich bin die Kraft, die das schafft.“

Auch diese Ergebnisse werden abermals verankert, um für den Alltag und dessen Notsituationen gestärkt zu werden. Wenn die Stresssituation wieder eintritt, kann der Klient nun den Anker freisetzen, und alle Ressourcen können in die Stresssituation einfliessen und diese umwandeln. Der Anker kann immer wieder aktiviert werden, so dass aus einer Sitzung eine immerwährende Nachhaltigkeit entstanden ist.

Wie erlebt dies der Klient?

Mit den erlernten Werkzeugen kann er sich selbst in seinem Alltag regulieren. Dadurch erlangt er zusehendmehr innere Gelassenheit und vor allem Selbstvertrauen. Dieses macht ihn stark und resistent gegen persönliche sabotierende Muster. Bis diese alte abgelegte Muster geworden sind…

Barbara Prinzing, Sylvia Gloor

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