Mein Immunsystem spinnt

03.11.2014

Krebszelle und Lymphozyten

„Mir geht es gut, nur mein Immunsystem spinnt!“

So begrüsst mich ein Klient, mit immer wiederkehrenden Infekten, Rückenschmerzen und Schlafstörungen, der am Rande eines Burnouts, darum kämpft, so weiter zu machen wie in den letzten zehn Jahren.

Selbständig, kaum ungestörte Ferien, finanzielle Sorgen und eine Beziehungskrise, er scheint alles zu managen und dabei noch gute Laune zu bewahren. Eine Kämpfernatur, durch die Familiensituation schon früh dazu gezwungen Verantwortung für jüngere Geschwister zu übernehmen, verfügt über eine beeindruckende seelische Stärke und unbeugsamen Optimismus. Wären da nicht diese körperlichen Symptome, die ihm immer mehr zu schaffen machen.

Ständig gehetzt, dauernd erkältet, jedes Wochenende Kopfschmerzen, in den Ferien die Grippe und der Arzt warnt vor Bluthochdruck. Viele Menschen kennen das. Inzwischen ist der enge Zusammenhang von negativem Stress auf das Immunsystem bei akuten, aber auch bei schweren chronischen Erkrankungen, ja sogar bei verschiedenen Krebsarten erwiesen. Langzeitstudien zeigen auf, dass dabei nicht nur der akute Stress eine Rolle spielt, sondern dass chronischer Stress oder Traumatisierungen in der Kindheit zu einer erhöhten Anfälligkeit des Immunsystems für Allergien und Entzündungskrankheiten führen können. Obwohl diese Zusammenhänge wissenschaftlich belegt sind, ist es oftmals so, dass wir im Alltag relativ streng zwischen psychischen und körperlichen Ereignissen/Krankheiten unterscheiden und bei körperlichen Krankheiten nach primär körperlichen Ursachen und Therapien (Medikamenten) Ausschau halten. Manchmal kommen wir so aber nicht weiter, weil wir nicht gesund werden oder ständig etwas anderes haben.

Neben dem allgemeinen Stressabbau mit Entspannung durch Autogenes Training und Hypnosetherapie, können wir mit der Ego State Therapie dem körperlichen Symptom auf eine andere Art und Weise begegnen und mit Hilfe dieser neueren Methode in der Hypnosetherapie, die möglicherweise unbewussten Bedürfnisse erkennen, die dem Körpersymptom zugrunde liegen und so die Möglichkeit bieten ein neues Gleichgewicht herzustellen, welches das Symptom als Warnsignal nur noch in abgeschwächter Form oder gar nicht mehr benötigt wird.

Im Seminar Ego State Therapie und Psychoneuroimmunologie lernen wir einen neuen Blickwinkel auf somatische Erkrankungen oder auf sogenannte Funktionsstörungen, wo keine organische messbare Krankheit vorliegt und doch eine Beeinträchtigung da ist, kennen. Dabei geht es nicht primär darum, das Symptom loszuwerden, sondern es zunächst in seiner Bedeutung zu verstehen und zu würdigen. Dies bildet dann die Basis für eine Umdeutung und Lösung des Krankheitsgeschehens.

Wie erging es dem geplagten Klienten? Zunächst würdigten wir seine ausgeprägten Stehaufmännchen-Qualitäten, stellten aber auch fest, dass offenbar gewisse Selbstanteile unheimlich müde und ausgelaugt sind, sodass immer wieder Infekte auftreten. Der Klient konnte im Laufe der Behandlung seine müden und schwachen Seiten annehmen und ihnen mehr Erholung und Spass gönnen, indem er vermehrt Ruhezeiten einplant und ein vergessenes Talent, das Malen, wieder aufleben lässt. Obwohl einige Belastungen noch nicht gelöst sind, ist er nun wieder häufiger gesund als krank und sein unbeugsamer Optimismus hilft ihm seinen Weg weiterzugehen.

Das nächste Seminar Ego State findet am 30.Januar – 01. Februar 2015 in Zürich (Boldern) statt.

Charlotte Lattmann

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