Jetlag – Hilft hier Autogenes Training?

19.01.2015

Bei Fernreisen ein nicht gern gesehener Begleiter.
Aber was ist ein Jetlag überhaupt?

Als Jetlag (aus dem Englischen „jet“ Düsenflugzeug und „lag“ Zeitdifferenz) wird eine nach Langstreckenflügen über mehrere Zeitzonen auftretende Störung des Schlaf-Wach-Rhythmus bezeichnet. Sinnigerweise wird sie auch als „Zeitzonenkater“ bezeichnet.
Nach der schnellen Reise über mehrere Zeitzonen ist die innere Uhr nicht mehr an die neue Ortszeit gekoppelt. Licht und Dunkelheit treten zu irritierenden Zeiten auf, Hormonproduktion und/ oder Körpertemperatur geraten aus dem Gleichgewicht, ebenso die natürlichen Rhythmen wie Essens- und Ruhephasen. Aus einer körperlichen Irritation kann schnell ein nachhaltiges gesundheitliches Problem entstehen. Da sich unsere innere Uhr nicht auf die Schnelle an eine neue Ortszeit angleichen kann, prägen sich, je nach individuelle Reserven und Veranlagung, unterschiedliche Beschwerden aus. So kämpfen die Weitgereisten mit gravierenden Schlafproblemen, nervlicher Gereiztheit, Verdauungsbeschwerden, um nur einige zu erwähnen. Kurz, sowohl Körper, als auch Psyche stehen auf dem Prüfstand…

Die spezifischen Schlafprobleme unterscheiden sich, je nach dem, ob man nach Osten oder Westen reist. Die Stärke des Jetlags hängt gerne auch zusammen mit den Zeitzonen, die man überfliegt, aber auch mit der Qualität des Fluges. Wenn man nach Osten fliegt, muss sich die innere Uhr selber zurückstellen. Hier treten die Schwierigkeiten vor allem beim Einschlafen auf. Man ist einfach nicht müde, und der Schlaf will nicht kommen. Morgens beim Aufwachen fühlt man sich wie zerschlagen. Wenn man nach Westen reist ist, wird man schon zu früher Abendstunde müde, was dann auch zu häufigem nächtlichen Aufwachen führen kann. Manchmal halten die Schlafstörungen über längere Zeit an. Sie können einen krank machen, und inzwischen weiss man ja, wie wichtig der Schlaf für die Erhaltung der Gesundheit ist.

Viele Menschen haben die eine oder andere Nacht wenig oder schlecht geschlafen und kennen die Symptome, die man am nächsten Tag verspürt. Die Konzentration lässt nach, und alles scheint viel langsamer von der Hand zu gehen.
Doch was geschieht, wenn man mehre Nächte nicht mehr richtig schlafen kann?
Sobald es dunkel wird, beginnt die Zirbeldrüse das Schlafhormon Melatonin zu produzieren. Wir werden müde und gehen durchschnittlich gegen 23 Uhr ins Bett. Jetzt beginnt die Einschlafphase: Die Muskeln werden zusehends entspannt und beginnen manchmal sogar zu zucken. Es folgen die Leicht- und die Tiefschlafphasen und die sogenannte REM-Phase. Die Verarbeitung seelischer Aspekte und körperliche Regeneration sind die erwünschten angenehmen Ergebnisse des gesunden Schlafs. Anhaltender Schlafmangel kann hingegen fatale Folgen haben und nicht nur zu Müdigkeit und Reizbarkeit, sondern auch zu ernsten gesundheitlichen Problemen führen.

So kann Schlafmangel Übergewicht, Diabetes und Herzkreislauf-Erkrankungen auslösen. Durch den erhöhten Blutdruck steigt auch das Schlaganfallrisiko. Forscher fanden heraus, dass Menschen, die regelmäßig weniger als sechs Stunden schlafen, fast doppelt so häufig unter Herzkrankheiten leiden. Wer nicht genug schläft und seinem Herzen keine Entlastung gönnt, mutet ihm Dauerstress zu. Der Puls hat nicht genügend Zeit, sich zu beruhigen, und die Blutgefäße verengen sich. Wird aus dem Schlafdefizit ein Dauerzustand, wird der Mensch krank.

Im Tagesanzeiger ist eben ein interessanter Artikel über Schlafmangel zu lesen: Wenn das Bett zu lange leer bleibt.

Damit es gar nicht so weit kommt, sollte man sich auch bei einem Jet-Lag genügend Raum für ein gutes, sinnvolles Entspannen nehmen.

Eine gute Möglichkeit bietet hierzu das Autogene Training. Einige Wochen, bevor man die Reise antritt, lernt man mit dem Autogenen Training bewusst einzuschlafen. Eigentlich könnte man es ein „konditioniertes Einschlafen“ nennen. Immer, wenn ich einschlafen will, kann ich mit der individuellen „Suggestionsformel“ in eine körperliche und mentale Entspannung eintauchen und „wegdriften“.

So erlernt der Körper, dass er sich eine innere Realität erschaffen und diese sich unbeirrbar zunutze machen kann. Je geübter der AT-Anwender, umso mehr treten die äusseren Einflüsse in den Hintergrund und ermöglichen dadurch ein fliessendes, fast unbemerktes Hingleiten in eine neue Zeitzone. Sowohl Körper als auch Seele werden uns ein solches Vorgehen mit Gesundheit und Belastbarkeit danken.

 

Sylvia Gloor und Barbara Prinzing

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