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Das Wassermannzeitalter

Ein neuer grosser Zyklus steht an: Das Wassermannzeitalter. Unser Planet tritt in einen neuen Zyklus ein, einen neuen Weltmonat: das Wassermann-Zeitalter; the Age of Aquarius, wie es in den siebziger Jahren des letzten Jahrhunderts besungen wurde.
Erstaunlich ist, dass der Wassermann ein Luft-, und kein Wasserzeichen ist: Luft steht in der Symbolik aber für „Geist“. Was der Wassermann aus seinem Füllhorn auf die Erde herab giesst, ist deshalb kein physisches Wasser, sondern Wasser des Geistes. Schon im alten Sumer war Wassermann das Himmelshaus des Weisheitsgottes.

Woher kommt überhaupt die Definition eines Weltmonats? − Die Erde vollführt drei wichtige, seit langem bekannte Kreisbewegungen im Universum: 1. dreht sie sich innerhalb von 24 Stunden einmal um ihre eigene Achse. 2. bewegt sie sich innerhalb eines Jahres einmal um die Sonne. 3. dreht sich die Erdachse, ganz langsam kreisend, innerhalb von rund 26 000 Jahren einmal um den Pol der Umlaufbahn der Sonne. Die Verschiebung beträgt hierbei ein Grad in 72 Jahren. Der volle Kreis-Umlauf der Achse beansprucht daher 72 x 360 = 25 920 Jahre. Das ist das so genannte Platonische Weltjahr. Wie man die Tagesdrehung der Erde zwölffach gliedert, so teilt man auch das grosse Platonische Jahr in zwölf grosse Weltmonate ein, von denen jeder 25 920 : 12, also 2 160 Jahre umfasst. (Das hat seinen Ursprung  den alten Babyloniern, deren zählmass auf die 12er-Einteilung beruhte, wie wir heute die Dezimale haben.)

Wenn wir für den Durchgang des Frühlingsanfangspunktes durch einen Weltmonat 2160 Jahre rechnen, so dauert das Fischezeitalter von 150 v. Chr. bis 2010 n. Chr. Die Übergänge der Weltjahre sind allerdings fliessend und als lebendige, nicht einfach als rechnerische Einheiten zu sehen. Die Endphase des Fischezyklus begann im 15. Jahrhundert, also zur Zeit der Renaissance. Die Jahre bis heute stellen bereits den Übergang vom Fische- zum Wassermanns-Zeitalter dar.

Was eine Darlegung von Grundcharakteristika des Wassermann-Zeitalters betrifft, so liefert das Gedankengut von Arthur Schult die wohl interessantesten Informationen. Sie wurden in den 30er-Jahren des letzten Jahrhunderts niedergeschrieben. Und decken sich in vielen Fällen mit Ergebnissen und Erkenntnissen aus anderen Disziplinen, die sich in keiner Weise mit dem Wassermann-Zyklus als solchem beschäftigen; − wie zum Beispiel Physik, Soziologie oder Sozialpsychologie. Schult schuf eine neue Disziplin, die er „Kosmosophie“ nannte. Darunter ist eine Verbindung von Astrologie mit Erkenntnissen der Philosophie und der Tiefenpsychologie zu verstehen. Die Astrologie wird dabei als Symbolwissenschaft gesehen, mit der Vorstellung vom Kosmos als eines lebendigen Organismus. Das Leben des Menschen ist ganzheitlich verbunden mit dem Leben dieses Grossorganismus, es ist eingebettet in diesen. ─ Eine Vorstellung übrigens, die auch von heutigen Physikern vertreten wird.
 

Nach Schult wird das geistige Klima des Wassermann-Zyklus „der winterlichen Landschaft mit ihrer kräftigen Luft und ihren frostklaren Sternennächten“ innerlich verwandt sein. Eine kristallklare Schau in das Wesen der Welt eröffne sich in diesem Zyklus und die hauptsächlichen bisherigen Bewusstseinsstufen des Menschen, die bildhaft-mythische wie die intellektuell-rationalistische, werde im Wassermannzeitalter durch ein umfassendes Menschheitsbewusstsein abgelöst. Ebenso werde dieser Zyklus charakterisiert durch ein Vorwalten der Intuition gegenüber der Rationalität.
Im Wassermannzeitalter werde zudem die Vielschichtigkeit und Mehrdimensionalität des Menschen, des Lebens und des Kosmos allgemein, immer mehr wissenschaftlich erkannt und erforscht werden. Eine ganz neue, geistig orientierte Wissenschaft werde so entstehen. Die dreidimensionale physische Welt erweise sich dabei als Spezialfall einer höher dimensionierten Wirklichkeit. – Hier haben wir eine interessante Verbindung zu neuesten Theorien und Modellen der Physik, was die Struktur der Wirklichkeit betrifft.

Zum Gebiet der menschlichen Gesundheit sagt Schult, dass der dauernde Gestaltwandel des Wassermann-Zyklus eine seelische und geistige Beweglichkeit fordert, die bei vielen Menschen zu einer grossen psychischen Spannung führe. Gesundheitliche Schäden  psychosomatischer Natur entstünden weiter durch die unorganische, künstliche und ungeheure Betriebsamkeit, die in der Wassermannzeit hervorgerufen werde. Als Vorstufe zu deren Behandlung sähen wir heute schon die Psychosomatik, Tiefenpsychologie, Psychoanalyse und Psychosynthese Hypnosetherapie sowie die verschiedenen geistigen Heilmethoden.  Denn die Hauptkrankheiten im Wassermannzeitalter beruhten auf Störungen des vegetativen Nervensystems und auf solche des ätherischen, nicht primär des physischen Körpers. In Zukunft würden auch eigentliche „Heilhäuser" gegründet, in denen in umfassender Weise physische, psychische und geistige Heilmethoden angeboten und ausgebildet werden. Ihre Leiter werden „Priesterärzte" sein, die aber weder Priester noch Ärzte noch Psychotherapeuten im heutigen Sinne sind, sondern Menschen, die durch ihre intuitiven diagnostischen Fähigkeiten und durch ihre Rückverbundenheit nach unten wie nach oben den Menschen wieder zu seiner organischen Lebenswurzel zurückführen und heilen können.

Auch eine neue Hochschätzung des Alters werde sich entwickeln, weil sich im alten Menschen die Kontinuität verkörpere und seine reichen Erfahrungen die Aufrechterhaltung des Zusammenhangs von Kultur, Sitte und Humanität gewährleiste. So werde das Alter im Gegensatz zum unaufhörlichen Wandel aller Formen und Gesinnungen zu einer geachteten Quelle der Weisheit. Neben den Wohngemeinschaften der Freundschaftsbünde, dürfte es Alterssiedlungen geben, die Wallfahrtsstätten für Ratsuchende würden, wie einst die Starzen-Klöster in Russland: Stätten zugleich der Stille, Meditation und Einkehr.

Bezüglich Spiritualität und Religion sagt Schult: Der Geistes- oder Gottesfunke im Menschen, impulsiere im Wassermannzeitalter die Idee der universalen Humanität. Ganz im Sinne der Aussage Goethes: „Erst die Menschheit ist der ganze Mensch". Eine Summierung aller bisherigen Traditionen zu einer „integralen Tradition" werde stattfinden. Und eine auf Erkenntnis der Zusammenhänge verstehende Haltung werde an die Stelle einer dogmatisch urteilenden treten. Diese werde die geisteswissenschaftlichen, künstlerischen und religiösen Überlieferungen vereinigen und als gemeinsames geistiges Erbe der Menschheit stehen. Religion werde in Zukunft als lebendige spirituelle Erfahrung verstanden werden und nicht als die Lehre von Vorstellungsbildern Gottes.
Wenn statt der Bekenntnisse, an welche die heutigen Konfessionen sich klammern, der Erlebnisweg nach Innen in den Mittelpunkt rücke, dann werden die Menschen sich verbunden fühlen durch das daraus erfolgende Erleben des spirituellen Ganzen. Auf solche Weise werde auch der Gegensatz von sakral und profan überwunden, das gesamte Leben und nicht nur gewisse Bezirke oder Zeiten als vom Heiligen durchwirkt erfahren. Das alltägliche Leben selber werde so zu einer spirituellen Erfahrung und das physikalische Universum transparent für die imaginäre Wirklichkeit eines mehrdimensionalen Kosmos.

Sicher wird die Hypnosetherapie dabei eine immer grössere Rolle spielen und viele Impulse geben auf der Suche und Findung der eigenen Spiritualität. Auch die Wechseljahre sind einem biologischen Zyklus unterworfen. Mehr dazu im nächsten Kapitel.
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