 | Der Maya Kalender mal anders gesehen |
Der Maya-Kalender und die Entwicklung des menschlichen Bewusstseins. Es wurde schon viel geschrieben im Zusammenhang mit dem Maya-Kalender und seines angeblichen Endes am 21. Dezember dieses Jahres. Aber wenn etwas zu Ende geht beginnt immer etwas Neues, das ist in der Natur überall der Fall: Wenn der Tag endet beginnt die Nacht, am Ende des Frühlings beginnt der Sommer, nach dem Sommer der Herbst und so fort. Es gibt kein absolutes Ende, vielmehr endet ein Zyklus und ein neuer beginnt. So ist das auch mit dem Maya-Kalender. In diesem Jahr endet ein Zyklus von 5 125 Jahren, die Maya nannten es das vierte Zeitalter. Charakteristisch für dieses ist, dass es vom männlichen Prinzip und seiner Energie dominiert wurde. Nun beginnt das fünfte Zeitalter, in dem das weibliche und das männliche Prinzip gemeinsam und gleichwertig wirken. Die Maya legen den Beginn ihres vierten Zeitalters ja auf das Jahr 3 114 v. Chr. fest. Interessant ist, dass das von den Maya definierte vierte Zeitalter zeitlich weitgehend mit Forschungsergebnissen der Prähistorikerin und Anthropologin Marija Gimbutas und des amerikanischen Kulturwissenschaftlers James DeMeo übereinstimmt, die sich mit der Entwicklung und Ausbreitung des Patriarchats beschäftigten. Danach begann das männliche Prinzip sich ab 4 300 v. Chr. bemerkbar zu machen, zuerst in Vorderasien. Ab ca. 3 000 v. Chr. hatte es sich dann, bis auf wenige Ausnahmen, weltweit durchgesetzt, und mit ihm das männliche Wertesystem und die Gesellschaftsordnung des Patriarchats. Der Beginn des vierten Zeitalters der Maya fällt also ziemlich genau in den Zeitraum, wo das männliche Prinzip sich etabliert hatte. Was nun das von den Maya definierte fünften Zeitalter und sein Grundcharakteristikum angeht, die Verbindung des weiblichen und des männlichen Prinzips, finden wir hierzu eine Entsprechung beim Bewusstseinsforscher Jean Gebser (1905-1973). Er kam auf einem ganz anderen Weg zu einer sehr ähnlichen Sichtweise der zukünftigen Entwicklung. Gebser war einer der Ersten, der ein Strukturmodell der Bewusstseinsevolution des Menschen etablierte. Methodisch konzentrierte er sich auf die kulturphänomenologische Betrachtung und die Etymologie, die Sprachwissenschaft. Er konnte aufzeigen, dass sich bisher vier Bewusstseinsstrukturen nachweisen lassen und zwar: archaisches Bewusstsein; magisches Bewusstsein; mythisches Bewusstsein; mentales Bewusstsein. (Bitte beachten Sie hier, dass die Maya bei ihrem Kalendersystem ebenfalls von vier bisherigen Zeitaltern ausgehen.) Gebser entwickelte aufgrund seiner Studien und Untersuchungen in den 1940er Jahren die Sichtweise eines neuen Bewusstseins, das als nächster − damit fünfter − Schritt in der Evolution des menschlichen Geistes folgt, er nannte es integrales Bewusstsein. „Integral“ bedeutet ein Ganzes ausmachend, verbunden sein. Im Zusammenhang mit dem fünften Zeitalter der Maya ist wichtig, dass die Grundcharakteristiken des integralen Bewusstseins auch von der Gleichwertigkeit des weiblichen und männlichen Geistesprinzips bestimmt werden! Alles Zufall? − Das beurteilen Sie am besten selbst. Indem Sie unterschiedliche Informationsmöglichkeiten und -mittel miteinander vergleichen. Das ermöglicht Ihnen die Relevanz der angebotenen Informationssubstanz zu bewerten. Eine interessante Quelle ist hierzu beispielsweise das Buch WERTEWANDEL unseres regelmässigen Gastautors Andreas Koch.
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