 | Metaphern, Märchen und Mythen |
„Die Sprache ist dem Menschen gegeben um seine Gedanken zu verbergen.“ Zu dieser Erkenntnis gelang der französische Diplomat Charles Maurice de Talleyrand im 19. Jahrhundert. Dabei ging es ihm allerdings vor allem um die Redlichkeit von Sprache und Botschaft. Und doch – oder gerade deswegen - ist es oft einfacher über Dinge zu sprechen, wenn diese nicht direkt angesprochen, sondern in symbolischen Gleichnissen und Metaphern verpackt umschrieben werden. Das ist kein Zufall, denn gemäss der kognitiven Metapherntheorie gilt wissenschaftlich längst erwiesen, dass Metaphern unser Denken, Fühlen und Handeln bestimmen. Seit jeher werden in der Menschheitsgeschichte Märchen und Metaphern als Instrumente und Hilfestellungen eingesetzt um Veränderungen zu bewirken. Durch die erzählerischen, indirekten und sehr emotionalen Interventionen werden tiefe Bewusstseinsschichten erreicht mit einem grossen Vorrat an „Seelenbildern“, die dann ihre erhellende Wirkung entfalten können. Metaphern in der Therapie – ein Zugang zu den Bildern in der Seele Kein Wunder wird das positive Wirken von Metaphern auch häufig in Interventionen in der therapeutischen Hypnose eingesetzt. Diese konkretisieren nicht unmittelbar fassbare Ereignisse, Handlungen und Gegenstände und laden diese durch Utilisation und Fokussierung mit Lösungsenergie auf. Metaphern können im Verlauf einer Zusammenarbeit in vielfältiger Weise gebildet und genutzt werden. Einer der vielen Vorteile der Metapher ist, dass man das so repräsentierte aus Distanz wahrnehmen und erleben kann. Sie besteht häufig aus unterschiedlichen Symbolen, die stellvertretend für reale Bezüge stehen. So können listige Menschen als Füchse oder mutige Menschen als Löwen dargestellt werden. Die Anwendung von Metaphern und das Erzählen von Geschichten sind somit indirekte Möglichkeiten, Probleme des Klienten positiv zu beeinflussen oder einen möglichen Lösungsweg aufzuzeigen. Erkennen wir die Bedeutung von Metaphern bewusst, so können wir sie entschlüsseln, und umwandeln. Man erkennt, welche tiefer gehende Bedeutung in ihnen steckt, welche Beziehung zu einem selbst und der eigenen Entwicklungsgeschichte besteht, ebenso zu seinem persönlichen Leben und Schicksal. Wir können dadurch lernen zu verstehen, was in unserer Seele, unserer Psyche und Persönlichkeit wirklich vor sich geht. Ein möglicher Aufbau einer Metapher ist: Vor allem bei Kindern und auch stark selbstkontrollierten Klienten eignet sich der Einsatz von Metaphern besonders gut um einen Zugang zu deren Problematik zu bekommen. Um eine Metapher zu konstruieren sollte man sich beim Aufbau immer an den realen Interessen des Klienten orientieren. Das Problem zuerst genau bestimmen und dann metaphorisch zu übersetzen. Wichtig ist eine Gestalt zu kreieren mit der sich der Klient identifizieren kann. Der Lösungsweg wird aufgezeigt in dem die Aktivierung von Energie für die notwendige Veränderung integriert wird. Dazu gehört aber auch das Erleben der Veränderung und der korrigierenden Erfahrung. Zum Schluss sollte immer noch das Neue in der Zukunft erprobt werden. Die Arbeit mit Metaphern bietet zudem viele weitere, wichtige Vorteile und Chancen für Neues in der Zukunft. Wann ist es Zeit für Sie, sich zu verändern? |