Milton (1901−1980) litt in jungen Jahren an Legasthenie und galt lange Zeit als „zurückgeblieben“. Seine Legasthenie konnte er dadurch überwinden, indem er übte, schwierige Buchstaben in Bildern zu sehen. Im Alter von 18 Jahren, erkrankte er dann an Kinderlähmung, war völlig gelähmt und ans Bett gefesselt. Obwohl die Ärzte ihm keine Aussichten auf Genesung machten, konnte er nach knapp einem Jahr wieder mit Krücken gehen. Entgegen dem ärztlichen Rat, sich auszuruhen, begab er sich auf einen inzwischen legendären 1 200 Meilen langen Kanu-Trip auf dem Mississippi. Dabei erreichte er wieder eine enorme körperliche Stärke. Zwei Jahre später konnte er wieder ohne Krücken gehen, lediglich ein Hinken auf der rechten Seite blieb.
Miltons Krankheiten und Handicaps haben dazu geführt, dass er in jungen Jahren die Sinne, die ihm noch zur Verfügung standen stark ausdehnte, so die Welt und die Menschen anders wahrnahm, als wir es üblicherweise tun. Sein Augenmerk galt vor allem den unbewussten Reaktionen der Menschen, die ihn umgaben. Er lernte zu spüren, ob Menschen „Ja“ sagen und doch „Nein“ meinen; und „Nein“ sagen wenn sie „Ja“ meinen. Er fühlte die Traurigkeit, die sich oft hinter der Freude versteckt. Er lernte dadurch Fragen so zu stellen, dass der Klient sich der Tiefenstruktur seines eigenen Selbst bewusst wurde. Milton ging dabei immer vom Standpunkt aus, dass sämtliche notwendigen Ressourcen zur Problemlösung und Heilung in jedem Einzelnen vorhanden sind, sich die Menschen dessen aber nicht bewusst sind. „Das wissende Nichtwissen“ war einer seiner Lieblingssätze. Durch Geschichten, Metaphern und Märchen, die symbolhaft das jeweilige Problem repräsentierten, veranlasste er seine Klienten sich auf die Suche den eigenen Ressourcen zu begeben; und so verschiedene Wahlmöglichkeiten für eigene, individuelle Problemlösungen zu finden. Erickson betonte immer die positive Rolle des Unbewussten, sah es als eine unerschöpfliche Ressource zur kreativen Selbstheilung, als einen Hort kaum genutzter Erfahrungen des Menschen. Er entwickelte ein eigenes hypnotisches Sprachmuster, so dass seine Klienten in einen tranceartigen Zustand hinüber glitten, ohne es überhaupt zu bemerken; und auf diese Weise Zugang zum Unbewussten fanden, diesem ermöglichten die führende Rolle einzunehmen.
Milton Erickson ist einen ganz besonderen Weg gegangen. Er hat durch seine Wahrnehmungsausdehnung, die Tiefe seines Denkens und den Glauben an die eigenen Kräfte eine alte Methode auf geradezu wunderbare Weise weiter entwickelt und neu belebt. Daraus entstand die moderne Hypnosetherapie. In der IGM-Ausbildung zum Hypnosetherapeuten und HypnoCoach werden Sie diese ebenso schöne wir wirkungsvolle Technik kennen lernen.
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