War ich wirklich in Hypnose?

10.04.2012

Gehirn HypnoseDiese Frage wird oft nach einer Erstsitzung unter Trance gestellt. Klienten haben häufig Erwartungen, die der Realität nicht entsprechen. So empfinden sie es als eigenartig, in einer tiefen Entspannung alles hören, spüren, ja gar kommentieren zu können. Wenn wir ihnen eigene Beobachtungen mitteilen können, wächst oftmals das Selbstvertrauen des Klienten zudem vertieft sich der Rapport (die Verbindung) zum Therapeuten.

Hier einige wertvolle Punkte, die Merkmale einer tiefen Entspannung sind. Sie können dem Klienten bei Gelegenheit aufgezeigt werden, um ihn für eine Folgesitzung zu ermutigen und sich und seinen Fähigkeiten zu trauen:

· Bei vielen Klienten zucken die Augenlieder, nachdem sie in Trance geglitten sind. Dieses Zucken klingt in der Regel ab.
· Ein starker Drang zu Schlucken geht einher mit zunehmender Entspannung.
· Oftmals rollt der Augapfel nach oben unter dem geschlossenen Lid. Manchmal kann durch das leicht geöffnete Auge das Weiss vom Auge entdeckt werden.
· Sehr häufig ist die schnelle Augenbewegung (REM) sehr schön zu beobachten.
· Manche Klienten erleben ein Jucken im Gesicht, weshalb sie sich kratzen.
· Durch die zum Teil tiefe Entspannung kann sich ein Gesicht sehr stark verändern. Es „zerfliesst“ beinahe.
· Viele Probanden spüren die Hypnose als körperliche Schwere, so dass sie ihre Gliedmassen nur noch schwerfällig oder ruckartig bewegen können.
· Das Reden unter Hypnose ist möglich, ja ein gewünschtes Mittel des Rapportes. Das Sprechen erfolgt oftmals leise, langsam und schleppend.
· Oft wird im Nachhinein von einer schwebenden Leichtigkeit gesprochen, viele Menschen erleben eine drehende Dynamik, die nicht nur als angenehm erlebt wird. Diese lässt sich jedoch gut regulieren.
· Bei den allermeisten Menschen kann eine sehr ruhige Atmung beobachtet werden.
· Unter dem scheinbaren Wachzustand in Trance öffnen viele Klienten die Augen, ihr Blick ist dabei glasig, als würden sie in eine andere Welt schauen.
· Heftige Gefühlsreaktionen weisen auf eine tiefe Trance hin. Der Klient ist in einer sehr direkten Kommunikation mit seinem Unterbewusstsein. Viele Schutz- und Kontrollmechanismen zeigen hier keine Wirkung mehr.

Der anfänglich auf Unsicherheit basierende Widerstand der Klienten ist meistens nach der ersten Erfahrung wie weggewischt. Viele kehren mit dem Ausruf: „Oh, nein, noch ein wenig länger, bitte!“ ins volle Bewusstsein zurück. Damit ist das Eis gebrochen!
Sylvia Gloor

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